Stand: 29.05.2019 21:09 Uhr

Hafenmuseum: "Peking" kommt an den Grasbrook

Eine Visualisierung zeigt: Das Deutsche Hafenmuseum soll am Grasbrook entstehen (rot markiert) - dort soll auch die "Peking" liegen.

Der Hamburger Senat hat eine Entscheidung über den Standort des Deutschen Hafenmuseums und den künftigen Liegeplatz der "Peking" getroffen. Der Traditionssegler kommt an den Grasbrook, wo ab 2023 ein Museumsneubau entstehen soll. Der Schuppen 50A, wo heute schon das Hamburger Hafenmuseum betrieben wird, soll weiterentwickelt und zu einer Außenstelle werden. In einer Art Freilichtmuseum sollen dort historische Schiffe zu sehen sein.

Die "Peking" in einem Trockendock.

Hafenmuseum mit "Peking" kommt an den Grasbrook

Hamburg Journal -

Der legendäre Großsegler "Peking" bekommt einen Liegeplatz als Museumsschiff am Kleinen Grasbrook. Dort soll ab 2023 ein Neubau für das Deutsche Hafenmuseum entstehen.

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Am Kleinen Grasbrook in Sichtweite der Elbphilharmonie, wo sich heute nicht mehr genutzte Lagerhallen befinden, soll ab 2023 ein futuristischer Neubau entstehen. Die Hafencity GmbH, der das Areal gehört, erneuert dort ohnehin auf ganzer Länge die Kaimauern. Für die "Peking" soll davor ein Liegeplatz hergerichtet werden, der das Schiff vor Eisgang schützt - aber auch davor, dass vorbeifahrende Schiffe die "Peking" rammen.

Neue Brücke über die Elbe?

Außerdem prüft die Stadt auch die Idee, in der Nähe des Liegeplatzes eine neue Brücke über die Norderelbe zu errichten - und zwar zwischen Versmannstraße und Grasbrook. Besucher würden so schneller von der Innenstadt über die Elbe kommen als bislang. Das Problem dabei: Bislang nutzen Frachter und ähnliche Schiffe die Wasserfläche, die durch eine Brücke abgeschnitten würde, als Ausweichparkplatz. Widerstand aus der Hafenwirtschaft scheint deshalb vorprogrammiert. Norman Zurke vom Hafenverband Hamburg nannte die Pläne nachvollziehbar, stellte aber Bedingungen: "Die Schiffsliegeplätze, die dort vorhanden sind, dürfen nicht verloren gehen und müssen an anderer Stelle neu geschaffen werden", sagte er dem Hamburg Journal.

"Beste Voraussetzungen" am Grasbrook

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sagte bei der Vorstellung der Pläne am Dienstag: "Die Errichtung des Deutschen Hafenmuseums samt der Rückholung und Restaurierung der Viermastbark 'Peking' ist eines der herausragenden Museumsprojekte in Deutschland, das schon heute internationale Aufmerksamkeit erhält." Ein solches Projekt "inmitten eines florierenden Hafens" müsse gut geplant werden - in Abstimmung mit allen Beteiligten sowie mit Blick auf alle rechtlichen Gegebenheiten. Der Grasbrook biete beste Voraussetzungen, um ein zeitgemäßes, innovatives Museum zu errichten und der "Peking" einen weithin sichtbaren Liegeplatz einzurichten.

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Der Schuppen 50A soll Außenstelle des neuen Hafenmuseums werden.

Zunächst soll der Schuppen 50A zusammen mit der bestehenden Museumsflotte für rund zehn Millionen Euro weiterentwickelt werden. Ziel ist es laut Senat, den Standort mit seinen historischen Schuten sowie dem Schutendampfsauger "Sauger IV" von 1909 und dem Schwimm-Dampfkran "Saatsee" von 1917 künftig ganzjährig zu betreiben. 

"Peking" soll 2020 nach Hamburg kommen

Der Bund hat Hamburg für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums sowie für die Rückholung und Sanierung der "Peking" einen Betrag von insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Gebaut wurde die 115 Meter lange "Peking" bei der Hamburger Werft Blohm + Voss im Jahr 1911. Nach mehr als acht Jahrzehnten kehrte sie 2017 aus New York nach Deutschland zurück. Derzeit wird die Viermastbark in der Peters Werft in Wewelsfleth restauriert. Die Heimkehr des Schiffes wird im Jahr 2020 erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 28.05.2019 | 19:30 Uhr

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