Stand: 10.04.2019 19:36 Uhr

Guillaume Faury: Ingenieur mit langem Atem

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Wechsel nach ganz oben: Guillaume Faury ist der zweite Franzose allein an der Airbus-Spitze.

Klassische französische Ausbildung, Airbus-Hausgewächs und passionierter Langstreckenläufer: Guillaume Faury übernahm im April 2019 von Thomas Enders den Chefposten des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns. Faury, der zuvor Leiter der Verkehrsflugzeugsparte Airbus Commercial Aircraft war, hat den Großteil seiner Karriere im Unternehmen verbracht.

Ausbildung an "grande école" in Paris

Der frühere Jesuitenschüler, geboren am 22. Februar 1968, blickt auf eine klassische Managerkarriere in Frankreich zurück. Er studierte Ingenieurwissenschaften an der Pariser Elitehochschule École Polytechnique und Luftfahrttechnik in Toulouse. Danach arbeitete der Vater von drei Kindern zunächst in der Beschaffungs-Abteilung des französischen Verteidigungsministeriums. 

Ausflug zu Peugeot ist sein Vorteil

Von 1998 bis 2008 war er in verschiedenen Führungspositionen bei Eurocopter tätig, der damaligen Airbus-Helikoptersparte. Dort war der passionierte Amateurpilot unter anderem für den deutsch-französischen Kampfhubschrauber "Tiger" zuständig.

2009 wechselte Faury für vier Jahre als Forschungs- und Entwicklungschef zum Autokonzern Peugeot. Dieser kleine Ausflug in die Autobranche kommt ihm nun zugute. Denn die derzeit laufenden Korruptionsermittlungen bei Airbus betreffen ihn nicht. Als sich Unternehmensverantwortliche mutmaßlich der Bestechung ausländischer Beamter sowie der Geldwäsche schuldig machten, arbeitete Faury bei dem französischen Autobauer.

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Rückkehr zu Airbus 2013

Erst 2013 kehrte er als Chef der Helikoptersparte zu Airbus zurück. Unter seiner Führung entwickelt das Unternehmen auch den "Cityairbus", der vor Kurzem erstmals vorgestellt wurde.

Von Februar 2018 bis zu seiner Beförderung gut ein Jahr später leitete Faury die Verkehrsflugzeugsparte des Konzerns und konnte einen wichtigen Abschluss mit China verbuchen: ein Rahmenabkommen über die Lieferung von 300 Zivilflugzeugen. Faury gilt als arbeitsam und zurückhaltend.

Zweiter Franzose allein an der Spitze von Airbus

Nach dem ersten Deutschen allein an der Spitze des europäischen Luftfahrt-Giganten übernahm mit Foury der zweite Franzose nach Louis Gallois den Posten. Faury muss mehr als 133.000 Mitarbeiter weltweit und einen Umsatz von 67 Milliarden Euro managen. Zudem gibt es weitere Herausforderungen: Die britische und die französische Justiz ermitteln in der Schmiergeldaffäre weiter. Der A380 wird abgewickelt; Probleme beim A320neo und dem "Militärbus" A400M bleiben. Auch der Wettstreit mit dem US-Konkurrenten Boeing fordert seine volle Aufmerksamkeit.

"Neue Ära"?

Sein Vorgänger Thomas Enders sieht in dem Franzosen einen Vertreter der "neuen Generation von Führungspersönlichkeiten". Faury werde "ein neues Kapitel in der Geschichte des Unternehmens" aufschlagen, erklärte auch Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly, als Faury im Oktober 2018 vom Verwaltungsrat nominiert wurde.

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"Major Tom" verlässt das Airbus-Cockpit

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Der frühere Airbus-Chef Thomas Enders ist bekannt für klare Worte. Fast 20 Jahre lang arbeitete er für den deutsch-französischen Konzern. Im April 2019 trat er ab. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 10.04.2019 | 06:00 Uhr

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