Einsatzkräfte der Polizei stehen vor der Otto-Hahn-Schule in Jenfeld. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Großeinsatz an Hamburger Schule: Hintergründe unklar

Stand: 02.02.2022 12:42 Uhr

Die Hamburger Polizei ist am Dienstag stundenlang mit einem Großaufgebot an der Otto-Hahn Schule in Jenfeld gewesen. Ein Zeuge hatte einen bewaffneten Jugendlichen gemeldet. Die Hintergründe sind auch am Tag danach noch unklar.

Einem Autofahrer waren zwei Jugendliche auf der Jenfelder Allee nahe der Otto-Hahn Stadtteilschule aufgefallen. Der Augenzeuge will gesehen haben, wie einer der beiden etwa 18-Jährigen eine Pistole aus einem Rucksack zog, durchlud und in Richtung des Schuleingangs ging. Der Augenzeuge alarmierte daraufhin am Vormittag die Polizei. "Der Zeuge hat sehr klare Angaben gemacht, er wirkte sehr glaubwürdig", sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei sei darum von einer Bedrohungslage ausgegangen.

Schwer bewaffnete Einsatzkräfte rückten an

Die Polizei reagierte mit einem Großaufgebot. Mindestens 50 Polizeifahrzeuge, außerdem Feuerwehr und Rettungsdienst waren im Einsatz. Auch schwer bewaffnete Spezialeinsatzkommandos rückten an, außerdem kreiste ein Polizeihubschrauber über der Schule. Spezialeinheiten durchsuchten die sieben Schulgebäude.

Schüler verbarrikadierten sich

Polizisten und Polizistinnen bewachten den Schuleingang mit Maschinenpistolen. Die Lehrkräfte und mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler verbarrikadierten sich in den Klassenräumen. Nach etwa vier Stunden konnte die Polizei Entwarnung geben. Die Beamten und Beamtinnen hatten weder die Verdächtigen noch eine Waffe entdeckt. Gegen 16.30 Uhr wurden die Schülerinnen und Schüler zu ihren Eltern am Schuleingang geführt. Bis etwa 19 Uhr suchte das LKA nach einer Waffe in der Schule, ohne Erfolg.

Zeugen auch Fotos vorgelegt

Auch am Tag danach sind viele Fragen noch offen. Die Ermittlungen dauerten an, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. In den kommenden Tagen sollen demnach Zeugen vernommen werden - darunter auch Schülerinnen und Schüler. Jugendliche der Schule, die auf die Beschreibung des Zeugen passten, wurden nach Polizeiangeben "gesichtet" und gegebenenfalls auch fotografiert, um dem Zeugen Bilder vorlegen zu können. Das habe aber noch keinen Erfolg gebracht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.02.2022 | 06:00 Uhr

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