Stand: 13.03.2019 11:51 Uhr

G20: Fünfte Öffentlichkeitsfahndung der Polizei

Die Soko "Schwarzer Block" der Hamburger Polizei hat am Mittwoch erneut Fotos von Unbekannten veröffentlicht. Dieses Mal publizierte sie die Bilder von 66 Personen. Die Tatverdächtigen sollen im Zusammenhang mit den schweren Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel im Juli 2017 stehen. Trotz intensiver Ermittlungen gelang es bisher nicht, die abgebildeten Personen zu identifizieren.

Die aktuellen Bilder können auf der Internetseite der Hamburger Polizei eingesehen werden. Hinweise nehmen die Ermittlungsgruppe "Schwarzer Block" oder jede Polizeidienststelle entgegen.

Schon 334 veröffentlichte Fotos

Es handelt sich bereits um die fünfte Öffentlichkeitsfahndung im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel. Im Dezember 2017 hatte die Polizei damit begonnen und inzwischen Bilder von 334 Personen veröffentlicht. Bisher konnten davon rund ein Drittel, nämlich 106 Personen, identifiziert werden. Polizeisprecher Timo Zill sagte dazu, es gelinge nach wie vor aus den umfangreichen Bild- und Videoaufzeichnungen Bilder von Tatverdächtigen zu generieren. "Wir sind optimistisch, weitere Tatverdächtige identifizieren zu können", so Zill.

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Neue Öffentlichkeitsfahndung zu G20

Die Hamburger Polizei hat erneut Fotos von Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel veröffentlicht. Zu sehen sind 66 Personen, die im Verdacht stehen, an Krawallen beteiligt gewesen zu sein. extern

Streit über Software zur Gesichtserkennung

Streit gab es zuletzt, weil bei der Fahndung eine Software zur Gesichtserkennung eingesetzt wird. Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar hatte angeordnet, die Datenbank zu löschen, da es hierfür keine gesetzliche Grundlage gebe. Die Hamburger Innenbehörde klagte gegen die Anordnung. Bis zu einer Entscheidung wird die umstrittene Software weiterhin eingesetzt.

Die Veröffentlichung der Bilder zur Öffentlichkeitsfahndung hatte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) zu Beginn im Dezember 2017 gerechtfertigt. Erstmals könnten sich Täter noch Monate nach Krawallen nicht sicher fühlen, sagte Grote damals.

Mehr als 3.500 Verfahren

Bislang werden im Zusammenhang mit den Krawallen zum G20-Gipfel mehr als 3.500 Ermittlungsverfahren geführt - davon gegen rund 900 namentlich bekannte Beschuldigte.

Die Polizei vermutet, dass in den drei Tagen vom 6. bis zum 8. Juli 2017 zwischen 5.000 und 6.000 Täter aktiv waren, die am Rande des Gipfels vor allem im Hamburger Schanzenviertel Geschäfte geplündert und Brände gelegt haben sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.03.2019 | 10:00 Uhr

G20-Gipfel in Hamburg

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