Stand: 02.02.2018 08:05 Uhr

G20-Foto-Fahndung: Ausweitung auf Europa

Die umstrittene Öffentlichkeitsfahndung nach Randalierern und Plünderern beim G20-Gipfel in Hamburg soll deutlich ausgeweitet werden. Die Polizei will auch im europäischen Ausland mit Fotos nach den Tätern suchen. Die Fahndungsbilder sollen demnächst etwa in Spanien und Italien veröffentlicht werden. Das sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) dem "Hamburger Abendblatt". Aus diesen Ländern seien besonders viele militante Linksextremisten zum Gipfeltreffen nach Hamburg gereist.

Bisher erfolgreicher Fahndungsverlauf

Die am 18. Dezember gestartete Öffentlichkeitsfahndung verlaufe laut Grote erfolgreich. Es sei bereits gelungen, viele Täter zu identifizieren. Nach Polizeiangaben wurden bisher 23 Gesuchte ausfindig gemacht, nach denen mit Fotos gefahndet wurde.

Verteidigung der Foto-Fahndung

Der Innensenator verteidigte die Veröffentlichung der Bilder. Erstmals könnten sich Täter noch Monate nach Krawallen nicht sicher fühlen, so Grote. Die Foto-Fahndung hatte viel Kritik ausgelöst. Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft hatte sich beispielsweise beschwert, dass den abgebildeten Personen durch die Veröffentlichung der Fotos lebenslange Stigmatisierung drohe - egal ob sie verurteilt würden oder nicht.

Auch private Fotos wurden ausgewertet

Für die Fahndung hatte die Sonderkommission "Schwarzer Block" große Mengen von Bild- und Videodateien gesichtet. Auch Aufnahmen von Privat-Handys, Journalisten und Überwachungskameras in Bussen und Bahnen wurden ausgewertet. In allen veröffentlichten Fällen hätten Amtsrichter der öffentlichen Fahndung dann zugestimmt. Zeitweise arbeiteten bis zu 180 Mitarbeiter in der Soko.

Plünderungen und Ausschreitungen

Bei den Krawallen war es Anfang Juli vor allem im Hamburger Schanzenviertel zu gewalttätigen Ausschreitungen, Angriffen auf die Polizei und zur Plünderung von Geschäften gekommen. Insgesamt gibt es nach Polizeiangaben etwa 3.000 Ermittlungsverfahren.

Weitere Informationen

G20-Foto-Fahndung: 21 Verdächtige identifiziert

Seitdem die Öffentlichkeitsfahndung nach den G20-Ausschreitungen begonnen hat, sind mehr als 250 Hinweise bei der Hamburger Polizei eingegangen. 21 mutmaßliche Täter wurden identifiziert. (23.01.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.02.2018 | 06:00 Uhr

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