Stand: 06.07.2020 20:36 Uhr  - NDR 90,3

Eichenprozessionsspinner: Mehrere Stadtteile betroffen

Ein Schild warnt vor Eichenprozessionsspinnern.
Besser nicht zu nahe kommen: Ein Schild warnt vor Eichenprozessionsspinnern.

Ohne Schutzkleidung geht es nicht. Seit fünf Tagen sind Simon Köpke und Jonathan Begasse in Altona im Einsatz, um den Hauptfriedhof von Eichenprozessionspinnern zu befreien. Bis zu zehn Larven-Nester schaffen sie am Tag. Die Zahl der befallenen Bäume hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen.

Eichenprozessionsspinner: 500.000 Brennhaare pro Tier

"Hier sieht man so eine ganz typische Stelle für Eichenprozessionsspinner-Befall", sagt Köpke. Die Tiere suchen sich Stellen die trocken sind. "Das werden so um die 100 sein, das können aber auch deutliche größere sein - gerade in Süddeutschland sieht man riesige Nester", sagt Köpke. Im Larvenstadium sind die Eichenprozessionsspinner am gefährlichsten: Die knapp 500.000 Brennhaare pro Tier können zu starken allergischen Reaktionen führen, wie Juckreiz, Atembeschwerden oder Augenproblemen. Auch Jahre später, wenn die Nester längst verlassen sind. Über den Wind verteilen sich die feinen Härchen und verseuchen die Umgebung.

VIDEO: Eichenprozessionsspinner breitet sich aus (3 Min)

Raupe nicht nur für Menschen gefährlich

Doch nicht nur für den Menschen, auch für die Bäume sind die Eichenprozessionsspinner besonders gefährlich. Gezielt saugt Simon Köpke daher ein Nest nach dem anderen ab. Jede abgesaugte Raupe bedeutet knapp 300 Larven weniger im nächsten Jahr. "Eine gesunde Eiche steckt das schon ganz gut weg, mal ein paar Blätter zu verlieren. Es gibt aber auch Fälle, wo Eichen über Eichen über Jahre kahl gefressen werden und dann geben die natürlich auch irgendwann auf und werden schwächer und empfänglicher für andere Krankheiten wie Pilze, etc.", sagt Köpke.

Bekämpfung im gesamten Stadtgebiet

Im gesamten Hamburger Stadtgebiet breitet sich der Eichenprozessionspinner mittlerweile aus. Neonfarbene Schilder, wie am Stadtpark, sollen die Besucherinnen und Besucher warnen. In den Bezirken Mitte, Nord, Altona, Bergedorf und Wandsbek ist die Stadt Hamburg im Einsatz. "Hier in Hamburg benutzen wir keine Pestizide um die Raupen zu beseitigen, sondern die werden abgesaugt mit dem Staubsauger, das geht auch ganz gut", sagt Björn Marzahn, Sprecher der Umweltbehörde. "Was wir noch versuchen ist durch das Vermehren des natürlichen Fressfeindes, der Meise beispielsweise, der Raupe Herr zu werden", so Marzahn. Knapp eine halbe Million Euro hat das Beseitigen der Nester die Stadt im letzten Jahr gekostet. Und es wird nicht weniger. Wer ein Nest entdeckt, sollte Abstand halten und die Stadt direkt kontaktieren.

Weitere Informationen
Eichenprozessionsspinner an einem Baumstamm. © NDR Foto: Jelto Ringena

Eichenprozessionsspinner ist wieder da

An vielen Orten in Hamburg taucht derzeit der Eichenprozessionsspinner wieder auf. Die Schmetterlingsraupe ist wegen ihrer giftigen Brennhaare für den Menschen gefährlich. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.07.2020 | 19:30 Uhr

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