Stand: 09.02.2019 21:21 Uhr

Demo für Öffnung des Winternotprogramms

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"Hamburg gegen soziale Kälte" steht auf dem Plakat einer Demonstrantin.

Rund 300 Menschen haben in Hamburg für die Belange von Obdachlosen demonstriert. Bei der Kundgebung unter dem Motto "Wintermove - Hamburg gegen die Kälte" zogen sie am Sonnabendnachmittag vom Spielbudenplatz an der Reeperbahn in Richtung Innenstadt bis zur Mönckebergstraße. Die Organisatoren setzten sich unter anderem für eine ganztätige Öffnung des Winternotprogramms ein. Bislang müssen Wohnungslose die städtische Notunterkunft auch bei Minusgraden zwischen 9 und 17 Uhr räumen. Auf den Transparenten der Demonstrationsteilnehmer standen Parolen wie "Hamburg gegen soziale Kälte", "Dach statt Zelt" oder "Den Tag überstehen".

Sozialbehörde lehnt durchgehende Öffnung ab

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Laut Sozialbehörde leben rund 2.000 Menschen in Hamburg auf der Straße.

Im vergangenen Jahr hatten mehr als 100.000 Menschen eine Petition für eine durchgehende Öffnung des Winternotprogramms unterzeichnet. Die Bezirksversammlung Altona sprach sich ebenfalls dafür aus. Die Sozialbehörde lehnt dies hingegen weiter ab. Durch eine ganztägige Öffnung würde der Erfrierungsschutz den Charakter einer öffentlich-rechtlichen Wohnunterkunft erhalten. Diese könnte dann aber nur noch von Menschen genutzt werden, die einen Anspruch auf Sozialleistungen haben. "Der niedrigschwellige Charakter des Winternotprogramms wäre bei einer Tagesöffnung also nicht mehr gewährleistet", so die Behörde. Zudem stünden im Rahmen des städtischen Hilfesystems für Obdachlose auch zahlreiche Tagesaufenthaltsstätten bereit.

Neben der durchgehenden Öffnung des Notprogramms forderte das Aktionsbündnis Hamburger Obdachlose auch die Schaffung von Wohnraum speziell für Obdachlose, "damit alle diejenigen eine Chance bekommen, die sonst regelmäßig bei Wohnungsbesichtigungen leer ausgehen", wie es in dem Aufruf zur Demonstration hieß.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.02.2019 | 16:00 Uhr

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