Stand: 15.02.2020 17:42 Uhr

"Cum-Ex": Warburg-Bank-Gesellschafter wehren sich

Der Eingang der der Bank M.M. Warburg & Co mit dem Schriftzug. © dpa picture alliance Foto: Kay Nietfeld
Die wirtschaftlichen Haupteigentümer der Warburg Bank haben die Vorwürfe in der "Cum-Ex"-Affäre in einem Schreiben zurückgewiesen.

In der sogenannten Cum-Ex-Affäre um angeblich verschenktes Steuergeld in Millionenhöhe in Hamburg haben die beiden Haupteigentümer der Warburg Bank die Vorwürfe der Einflussnahme auf Steuerangelegenheiten als "gehaltlose Unterstellungen" scharf zurückgewiesen. "Die Bank hat sich nie mit unzulässigen, rechtswidrigen Forderungen oder Wünschen an die Fiskalverwaltung oder Politikerpersönlichkeiten gewandt", heißt es in einem am Sonnabend veröffentlichten fünfseitigen Schreiben der Anwälte der wirtschaftlichen Haupteigentümer, Max M. Warburg und Christian Olearius. Es sei jedoch selbstverständlich, dass Vertreter der Bank Gespräche mit allen führten.

Kapitalertragssteuer an Deutsche Bank bezahlt

Die Warburg-Bank-Eigentümer versicherten weiterhin, dass das Kreditinstitut beim Kauf von "Cum"-Aktien den Kaufpreis "mit (!) der Kapitalertragssteuer an die Depotbank" bezahlt habe. Die Deutsche Bank habe aber die Steuer nicht an den Fiskus abgeführt. "Würde die Warburg Bank die Euro 47 Millionen entrichten, würde sie zwei Mal bezahlen!", hieß es in der Erklärung weiter.

Milliardenschaden für den Staat

Bei "Cum-Ex"-Geschäften wurden rund um den Dividendenstichtag Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. So war dem Fiskus am Ende nicht mehr klar, wem die Papiere gehörten. Finanzämter erstatteten Kapitalertragsteuern, die gar nicht gezahlt worden waren. Dem Staat entstand ein Milliardenschaden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.02.2020 | 18:00 Uhr

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