Einsatzkräfte der Polizei laufen in Richtung von zahlreichen Menschen auf der Stadtpark-Wiese. © picture alliance/dpa Foto: Jonas Walzberg

Corona-Regeln: Polizeigewerkschaft kritisiert Hamburger Senat

Stand: 24.06.2021 20:10 Uhr

Der Hamburger Senat bekommt Gegenwind aus der Polizei: Aus Sicht der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) sind die Corona-Regeln kaum noch von den Beamtinnen und Beamten durchzusetzen.

Die Gewerkschaft kritisierte vor allem das nach wie vor bestehende Tanzverbot in der Hansestadt. DPolG-Landeschef Thomas Jungfer sagte NDR 90,3: "Es ist doch klar: Wenn vernünftige Alternativen wie zum Beispiel Veranstaltungsangebote für Geimpfte, Genesene oder Getestete fehlen, dass sich das Party-Volk selber seine Locations aussucht."

Er könne nicht verstehen, dass die benachbarten Bundesländer immer weitere Öffnungsschritte verkünden würden, der Hamburger Senat aber stur nichts anbiete, sagte Jungfer. Die Folge sei, dass wieder mehr als 100 Beamtinnen und Beamte auch am bevorstehenden Wochenende als Corona-Polizei unterwegs sein müssten. "Und wenn es dann wieder eskaliert, wie letztes Wochenende, sind wir wieder die Bösen und alle zeigen auf uns", so Jungfer.

Innenbehörde weist Kritik zurück

Die Innenbehörde wies die Kritik zurück. Ein Sprecher sagte, auch unter freiem Himmel gebe es ein Infektionsrisiko, wenn viele Menschen auf engem Raum beisammen sind.

Je nach Lage könnten bald aber auch Tanzveranstaltungen im Freien möglich werden. Das hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) unter anderem am Mittwoch in Interviews mit NDR 90,3 und dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen in Aussicht gestellt. Zuletzt hatten die Hamburger Club-Betreiber das nach wie vor geltende Tanzverbot kritisiert - mit ähnlichen Argumenten wie die DPolG.

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Kleinere und größere Menschengruppen auf der Stadtpark-Wiese vor dem Lichtmast der Polizei. © picture alliance/dpa | Jonas Walzberg Foto: Jonas Walzberg

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.06.2021 | 21:00 Uhr

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