Ein Polizeiauto in Hamburg mit dem Schriftug "Polizei" auf der Tür. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Antisemitischer Angriff bei Mahnwache in Hamburg

Stand: 20.09.2021 17:23 Uhr

Ein Teilnehmer einer Mahnwache für Israel und gegen Antisemitismus in der Hamburger Innenstadt ist Opfer eines antisemitischen Angriffs geworden. Der 60-Jährige sei am Sonnabendnachmittag in der Mönckebergstraße erst antisemitisch beleidigt und dann mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden, teilte die Polizei am Montag mit.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge beleidigte ein junger Mann am Sonnabend gegen 14 Uhr zunächst alle Teilnehmenden der Mahnwache aus einer drei- bis vierköpfigen Gruppe heraus antisemitisch. Als er daraufhin angesprochen und aufgefordert worden sei, dies zu unterlassen, habe er dem 60-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen, wodurch dieser eine Platzwunde erlitten habe. Das Opfer wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Staatsschutz ermittelt

Der Täter flüchtete anschließend mit seinen Begleitern auf Leih-E-Scootern Richtung Steintorbrücke. Eine Sofortfahndung mit mehreren Streifenwagen blieb erfolglos. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts übernahm die Ermittlungen.

Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei bittet nun um Hinweise zur Identität des Täters. Er soll zwischen 18 und 25 Jahren alt und 1,70 bis 1,75 Meter groß sein. Den Angaben zufolge hatte er schwarze, gelockte Haare, trug eine blaue Jeans, ein weißes T-Shirt sowie eine schwarze Jacke. Hinweise werden unter der Telefonnummer 040/4286-56789 oder in jedem Polizeikommissariat entgegengenommen.

Hamburgs Antisemitismusbeauftragter Stefan Hensel sagte der Bild-Zeitung: "Gewalt aus niederen Gründen und angetrieben vom Hass gegen Israel und Juden sind eine Schande für unsere Stadt."

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.09.2021 | 17:00 Uhr

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