Stand: 16.09.2019 20:35 Uhr

Aktion gegen Wohnungsleerstand in Altona

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Leerstand in Altona Nord: Seit 2012 wohnt hier keiner mehr.

Viele Hamburgerinnen und Hamburger suchen, teils schon sehr lange, verzweifelt eine Wohnung. Gleichzeitig stehen in der Stadt etliche Wohnungen leer - manche jahrelang. Auf ein Haus in Altona macht jetzt das Bündnis "einfach wohnen" exemplarisch aufmerksam.

Leerstand seit 2012

"Hier könnten seit mehr als sechs Jahren Menschen in Wohnungsnot einfach wohnen" steht auf dem Banner, dass die Initiative am Montagmorgen an dem Haus in der Sommerhuder Straße angebracht hat. Nachbarn zufolge sind die letzten Dauermieter 2012 ausgezogen. Seither stehen die etwa zwölf Wohnungen in dem Haus leer. Der Eigentümer hat 2016 einen Umbau beantragt, möchte danach wohl möblierte Apartments zeitweise vermieten. Nur: Von Bauarbeiten keine Spur.

Auf einem Sticker auf einem leerstehenden Wohnhaus in Hamburg steht "#einfach wohnen".

Aktion gegen Leerstand in Hamburg

Hamburg Journal -

Die Initiative "#einfach wohnen" hat mit einer symbolischen Protestaktion auf die Wohnraumnot aufmerksam gemacht. Mehr als 1.700 Wohnungen in Hamburg stehen leer.

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Bezirk Altona: "Hände gebunden"

Dem Bezirk Altona seien die Hände gebunden, solange die Baugenehmigung gilt, so Sprecher Martin Roehl. Solange würden die Wohnungen demnach noch nicht einmal als Leerstand geführt. Rechtsanwalt Marc Meyer von Mieter helfen Mietern, bezweifelt, dass der Bezirk keinen rechtlichen Spielraum hat. Es wäre ja rechtlich unerträglich, wenn eine bloße Baugenehmigung ein Persilschein für jahrelangen Leerstand wäre, so Mayer. Die Stadt müsse konsequenter gegen Eigentümer vorgehen, die Immobilien leerstehen lassen, heißt es von der Initiative "einfach wohnen".

Die Aktivisten fordern ein städtisches Portal, in dem Leerstände gemeldet werden können und das dann auch regelmäßig ausgewertet wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.09.2019 | 19:30 Uhr

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