Stand: 16.07.2016 06:49 Uhr

Ältester Ruderclub hat neue Heimat an der Alster

"Der Abriss und der Abschied vom alten Clubhaus war sehr emotional beladen - da steckten so viele Erinnerungen drin. Aber als die ersten Pfähle und dann die ersten Mauern vom neuen Gebäude standen, begann die Vorfreude auf unsere neue Heimat", erinnert sich Michael Seufert, Pressesprecher des Hamburger und Germania Ruderclubs. Nach etwa eineinhalb Jahren Bauzeit hat der älteste deutsche Ruderclub am Freitagabend die Einweihung seines neuen Clubhauses an der Außenalster nahe der Kennedybrücke gefeiert. Die Traditions-Ruderer können jetzt wieder von ihrem eigenen Bootshaus ablegen. Wobei der Begriff Bootshaus etwas untertrieben klingt, denn für knapp vier Millionen Euro ist eine Luxus-Immobilie in bester Lage entstanden.

So sieht das neue Ruder-Clubhaus aus

Schon jetzt besondere Beziehung zum neuen Gebäude

"Dadurch, dass wir den kompletten Bau geplant und miterlebt haben, hat sich schon jetzt eine besondere Beziehung zum neuen Gebäude enwickelt", sagt Seufert. "Auch wenn es ein Neubau ist: Wir werden weiter die Tradition und die Geschichte des Clubs pflegen. Alte Bilder und Pokale werden natürlich auch im neuen Clubhaus einen Platz finden."

Arbeiten im Zeit- und Kostenplan

Die Arbeiten seien im Zeitplan und auch im vorgesehenen Kostenrahmen geblieben, so Seufert. Der Neubau habe sogar etwas weniger als die geplanten vier Millionen Euro gekostet.

Während der Bauzeit konnten die Mitglieder mit ihren Booten zu benachbarten Vereinen ausweichen. Zudem durften auch deren Kraft- und Traingsräume genutzt werden. "Die Unterstützung der Nachbarclubs war toll, wir sind sehr dankbar und glücklich über diese sportliche Solidarität", betont Seufert. Auch über das Engagement und den Zusammenhalt der Mitglieder ist der Club-Sprecher erfreut. "Fast jeder hat sein fachliches Wissen eingebracht, das hat sehr geholfen. Die Zusammenarbeit war wirklich gut."

Substanz des alten Gebäudes schlechter als gedacht

Das etwa 114 Jahre alte gelbe Bootshaus war im Februar und März 2015 abgerissen worden. Anschließend wurde die Alstersohle auf dem Grundstück gereinigt. Danach starteten die Arbeiten für den Neubau. Die ursprünglich geplante Sanierung des alten Gebäudes musste verworfen werden, weil zahlreiche im Alsterwasser stehende Pfeiler verrottet und die Stahlkonstruktionen durchgerostet waren. Eine Sanierung wäre fast genauso teuer geworden wie der Neubau. "Die Entscheidung war absolut richtig, denn beim Abriss haben wir gemerkt, dass die Substanz des Gebäudes sogar noch schlechter war als gedacht", erklärt Seufert.

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Neubau 250 Quadratmeter größer

Das neue Gebäude wurde zweigeschossig auf Betonpfählen errichtet und ist 1.600 Quadratmeter groß - rund 250 Quadratmeter größer als das alte Haus. Im Erdgeschoss gibt es vier Bootshallen, Umkleideräume und ein Fitnessraum. Im Obergeschoss ist die Clubverwaltung untergebracht. Zudem gibt es Gesellschaftsräume für Veranstaltungen und Feste - mit tollem Blick über die Außenalster.

Club öffnet sich für weibliche Mitglieder

Nachdem der Club früher ausschließlich männliche Mitglieder hatte und dafür viel Kritik einstecken musste, gibt es mittlerweile auch knapp 40 weibliche Vereinsmitglieder. Die ersten Frauen traten im Herbst 2015 ein. "Mittlerweile ist das kein Thema mehr, das ist völlig normal geworden. Die weiblichen Mitglieder sind voll integriert. Und es können gerne noch mehr werden, denn in den neuen Umkleideräumen ist noch eine Menge Platz."

Der Neubau habe auch eine Signalwirkung für die Sportstadt Hamburg, so Seufert. Denn der Leistungssport solle auch in der Zukunft eine wesentliche Rolle im 1836 gegründeten Verein spielen - damit auch in Zukunft Ruder-Weltmeister und -Olympiasieger aus dem Traditionsclub kommen.

Die Geschichte eines besonderen Clubhauses

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.07.2016 | 10:50 Uhr

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