Stand: 10.04.2019 11:32 Uhr

Zahl der Drogentoten im Norden gestiegen

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Laut Bundesregierung ist häufig eine Überdosis Heroin die Todesursache.

Die Zahl der Drogentoten im Norden ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus einem Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung hervor. In Niedersachsen kamen demnach 81 Menschen ums Leben - 16 mehr als im Jahr davor. In Hamburg waren es 71 Drogentote und damit elf mehr als 2017. Auch in Schleswig-Holstein gibt es einen Anstieg: Nach 36 Drogentoten im Jahr 2017 gab es 51 im vergangen Jahr. In Bremen starben 22 Menschen durch Drogenmissbrauch, drei mehr als im Vorjahr. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern blieb die Zahl unverändert, dort waren es in den vergangenen beiden Jahren jeweils fünf Drogentote.

Überdosis Heroin oder Morphin als häufigste Todesursache

Grund sei bei rund der Hälfte der Todesfälle eine Überdosis an Heroin oder Morphin, heißt es in dem Bericht. Einen Rückgang verzeichnete Drogenbeauftragte Marlene Mortler bei den sogenannten neuen psychoaktiven Stoffen, die als Badesalzdrogen, Kräutermischungen oder Ecstasy angeboten werden. Die Todeszahlen nach dem Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen seien dagegen gestiegen.

Drogenbeauftragte: "Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit"

Insgesamt blieb die Zahl der Drogenopfer in Deutschland konstant: Bundesweit starben im vergangenen Jahr 1.276 Menschen an illegalen Drogen - vier mehr als 2017. "Jeder einzelne Todesfall verpflichtet uns, Menschen noch besser vor den Gefahren von Drogen zu schützen und sie vor den oftmals tödlichen Folgen ihres Drogenkonsums zu retten", sagte Mortler. "Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit, Kranke brauchen Hilfe und keine Stigmatisierung", betonte sie.

Hier finden Sie Hilfe bei Suchtproblemen

Die bundesweit einheitliche "Sucht & Drogen Hotline" ist unter der Telefonnummer (01805) 313 031 rund um die Uhr zu erreichen. Sie bietet telefonische Beratung, Hilfe und Informationen rund um Drogen und Sucht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Infotelefon zur Suchtprävention geschaltet, das montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr sowie freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer (0221) 89 20 31 zu erreichen ist. Ein Verzeichnis der Suchtberatungsstellen in Deutschland bietet die BZgA im Internet.

Beratungsstellen haben viel zu tun

Hilfe bieten laut Mortler die 1.500 ambulanten Suchtberatungsstellen. Eine halbe Million Menschen - Drogenabhängige und auch Angehörige - würden schon jetzt dort pro Jahr behandelt und beraten. "Die Herausforderungen an die Einrichtungen in den Städten und Gemeinden wachsen", so Mortler. Dafür müssten mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.04.2019 | 12:00 Uhr

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