Stand: 19.01.2018 19:27 Uhr

Nach Orkan: Zugverkehr normalisiert sich langsam

Orkantief "Friederike" hat sich verzogen, die Nachwirkungen sind aber immer noch spürbar: Nachdem die Deutsche Bahn am Donnerstag den Fernverkehr in ganz Deutschland wegen des Sturms eingestellt hatte, rollen die meisten Züge auf den Strecken im Norden wieder. Dennoch kann es auch weiterhin zu Ausfällen oder Verspätungen kommen. Reisende sollten sich im Internet oder über die Bahn-Sonderhotline 08000 99 66 33 informieren, ob ihr Zug tatsächlich fährt. Für das Wochenende erwartet die Bahn einen "weitgehend normalen Verkehr".

Hunderte Bahnmitarbeiter im Dauereinsatz

Mehrere Hundert Mitarbeiter seien deutschlandweit die ganze Nacht im Einsatz gewesen, um blockierte Strecken freizuräumen und Oberleitungen zu reparieren, teilte die Bahn am Freitag mit. Mehr als 200 Streckenabschnitte waren deutschlandweit beschädigt worden. Die Bahn schreibt, dass die für Donnerstag geltenden Fahrkarten für den Fernverkehr ihre Gültigkeit behalten. Sie können "kostenfrei storniert oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden (gilt auch für zuggebundene Fahrkarten)".

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Der Lkw fuhr in mehrere Autos bevor er das Haus rammte.
Straßensperrungen wegen umgestürzter Bäume

Auch auf den Straßen führte "Friederike" zu erheblichen Behinderungen. Vereinzelt kommt es noch immer zu Sperrungen wegen Aufräumarbeiten. In der Nacht zu Freitag ereigneten sich mehrere Unfälle wegen glatter Straßen. In Treia (Kreis Schleswig-Flensburg) fuhr ein Lkw in ein Wohnhaus. Am Freitag gab es Sperrungen und Staus auf den Autobahnen im Norden - beispielsweise auf der Autobahn 7 zwischen Hedemünden und Lutterberg sowie auf der Autobahn 2 zwischen Kreuz Hannover-Ost und Lehrte. Aktuelle Verkehrsmeldungen gibt es rund um die Uhr im NDR Verkehrsstudio.

Warnung vor Waldspaziergängen

Mit starkem Schneefall und Orkanböen war Sturmtief "Friederike" am Donnerstag über den Norden hinweggezogen. Auf dem Brocken im Harz wurden Windgeschwindigkeiten von 203 Kilometer pro Stunde gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Überall im Harz haben die orkanartigen Böen Bäume entwurzelt und umgeworfen. "Wer jetzt in die Wälder geht, begibt sich in Lebensgefahr", sagte Dietmar Sohns, Dezernent der Niedersächsischen Landesforsten. Der Grund: Viele Bäume seien angebrochen und könnten jederzeit umfallen.

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Weiterhin Glättegefahr

Die Wetterlage hat sich zwar beruhigt, es bleibt aber winterlich. Am Sonnabend sind für den ganzen Norden viele Wolken und Schneeschauer bei Temperaturen zwischen 0 und 3 Grad angekündigt. Am Sonntag lässt sich vereinzelt auch mal die Sonne blicken - im Harz kann es noch ein paar Flocken geben.

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NDR Info | Aktuell | 19.01.2018 | 18:15 Uhr

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