CD-Cover "Sultan" von Alune Wade © enja & yellowbird records

Sommer-Jazz-Album: Alune Wade "Sultan"

Stand: 10.08.2022 15:16 Uhr

Meist sind afrikanische Rhythmen Ausgangspunkt von Alune Wades Kompositionen. Um die herum arrangiert er spielerisch, virtuos und mit einer erstaunlichen Leichtigkeit verschiedene andere Genres. So auch auf seinem neuen Album "Sultan".

von Marlene Küster

Der Bassist, Sänger und Komponist Alune Wade ist im Senegal geboren und aufgewachsen. Beeinflusst von seinem Vater, damals Dirigent des senegalesischen Symphonic Army Orchestra, erlernt er im Alter von sechs Jahren das Gitarrenspiel, später folgen Bass und Klavier. Seine Inspiration bezieht Wade von Künstlern und Bands wie Miles Davis, Weather Report, Charlie Parker oder Salif Keïta. Vor kurzem hat er sein fünftes Album "Sultan" veröffentlicht.

"Sultan" ist eine Art Resümee seiner Erfahrungen

"Ein Sultan reist viel umher, um seinen Machteinfluss auszudehnen", so Alune Wade. "Dem Sultan geht es aber vor allen Dingen darum, von anderen zu lernen."

Schnell wird deutlich, dass Wade sehr viele Gemeinsamkeiten mit diesem Sultan hat. Das Album sei eine Art Resümee seiner Erfahrungen, die er zehn Jahre lang durch die Zusammenarbeit mit vielen Musikern von überall her gesammelt hat. Wade beginnt seine Karriere mit 18 im Ensemble des Gitarristen Ismaël Lô. Und die Liste der Musiker, mit denen er seither zusammengearbeitet hat, ist lang und eindrücklich: von Joe Zawinul, Youssou N’Dour und Salif Keita über Marcus Miller, Oumou Sangaré und Bobby McFerrin bis zu Lokua Kanza.

"Ich will musikalisch für alle möglichen Genres und Fusionen offen bleiben", sagt Wade. "Zwar habe ich Afrika vor 20 Jahren verlassen, aber meine afrikanischen Wurzeln sind immer da. Ich sehe es als meine Aufgabe, weit über bestehende Trennungslinien hinauszugehen und Grenzen zu überschreiten."

Alune Wades Vision ist musikalische Grenzen aufzulösen

Musikalische Grenzen auflösen, diverse Musikstile und Genres miteinander kombinieren - das ist Wades Vision. Zum Beispiel sind im Stück "Djolof Blues" traditionelle senegalesische Rhythmen zu hören, die sich mit Bluesmelodien vermischen.

Ein weiteres Beispiel für eine gelungene Fusion ist das Titelstück Sultan. Zunächst kommen traditionelle Instrumente wie die Bechertrommel Darbuka, die Rahmentrommel Bendir und die Kurzhalslaute Oud zum Einsatz. Und Wade wollte auch die Stimme des Jazz- und Sufi-Sängers Mounir Trudi aus Tunesien einbeziehen. Dazu sagt er: "Ich suchte einen Musiker, der die Zusammenhänge der afrikanischen Musik versteht und eine Brücke schlagen kann zwischen der Subsahara und dem Nordafrika."

Afrikanische Rhythmen sind der Ausgangspunkt von Wades Kompositionen

Im Stück Sultan brachte Wade noch eine weitere Ebene hinzu, nahm dafür in Paris und vor allem in New York Trompete, Saxofon und Flöte auf. Es ging Wade darum, noch andere kulturelle Herangehensweisen, neue Visionen und Klangfarben mit einzubringen. Wade resümiert "Die moderne Welt - die Globalisierung - verlangt diese Mischung von Kulturen. Die Grenzen sind offen."

Wade ist traditionsbewusst und experimentierfreudig, meist sind afrikanische Rhythmen Ausgangspunkt seiner Kompositionen. Um die herum arrangiert er spielerisch, virtuos und mit einer erstaunlichen Leichtigkeit verschiedene andere Genres. Die gehen nahtlos und organisch ineinander über und bilden ein großes Ganzes wie aus einem Guss.

 

"Sultan"

Genre:
Jazz
Label:
enja & yellowbird
Veröffentlichungsdatum:
27.5.2022
Preis:
19.99 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | CD-Neuheiten | 10.08.2022 | 12:30 Uhr

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Jazz

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