Josh Brolin als Gurney Halleck (v.l.), Oscar Isaac als Duke Leto Artreides und Stephen McKinley Henderson als Thufir Hawat im Kinofilm "Dune" © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.

"Dune": Kampf um die Herrschaft auf einem Wüstenplaneten

Stand: 28.03.2022 10:07 Uhr

Denis Villeneuves "Dune" dreht sich um den Kampf um die Herrschaft auf einen fiktiven Wüstenplaneten. Der Film von 2021 war insgesamt für zehn Oscars nominiert und gewann sechs Auszeichnungen.

von Katja Nicodemus

Unter anderem holte der erste Teil von "Dune" den Oscar für die beste Filmmusik, die der gebürtige Frankfurter Hans Zimmer komponiert hat. Der Roman "Dune", ein in den 60er-Jahren erschienener Zyklus von Science-Fiction-Büchern, wird von seinen Fans kultisch verehrt. 1984 versuchte sich David Lynch an einer Verfilmung - im vergangenen Jahr hat Denis Villeneuve seine Adaption vorgelegt. Es ist eine uralte Geschichte. Sie handelt von einem jungen Mann, der in der Fremde erwachsen wird, der ein Volk in die Freiheit führen kann - wenn er seine Zweifel und seine Angst überwindet. Der Name dieses Jungen, der vielleicht ein Erlöser ist, lautet Paul Atreides. In Denis Villeneuves Science-Fiction-Film "Dune" lernen wird den Helden auf dessen Heimatplaneten im Jahr 10191 kennen. Timothée Chalamet spielt ihn ernst, versonnen, nachdenklich.Das Herrscherhaus Atreides bekommt den Auftrag, die Herrschaft über einen kolonisierten Wüstenplaneten zu übernehmen, auf dem eine kostbare Substanz namens Spice abgebaut wird. Um diesen Rohstoff rivalisieren mehrere Völker der Galaxie. Noch ahnt die Adelsfamilie nichts Böses.

Auf dem Wüstenplaneten Arrakis herrschen tagsüber Temperaturen von mehreren hundert Grad, hier leben furchterregende gigantische Sandwürmer, in deren Schlund Menschen und Maschinen versinken. Und hier lebt ein indigenes Volk mit blauen Augen, das sich an die lebensfeindlichen Bedingungen in der Sandwüste angepasst hat. Blaue Augen hat auch die junge Frau, die Paul in seinen Träumen erscheint.

"Dune": Regisseur Villeneuve setzt auf Poesie

Denis Villeneuve hat die Vorlage für "Dune", den ersten Band von Frank Herberts gleichnamigem Romanzyklus aus den 60er-Jahren, szenisch und dialogisch reduziert. Auf beeindruckende Weise sucht seine Verfilmung eher die Poesie als die Aktion. Sie lässt sich auch Zeit für die Momente der Leere und der Stille. Villeneuve zeigt die Verlorenheit und Verletzlichkeit der Menschen auf dem Wüstenplaneten. Tatsächlich wirken die Figuren fragil in der Weite der Dünen, in der sie nur mit einem Spezialanzug überleben können.

Mit einem fantastischen Maschinenpark bewegen sich Paul und seine Mitstreiter auf dem Wüstenplaneten fort: Beeindruckend sind die libellengleichen Hubschrauber, die ihre Flügel einzeln bewegen können. Oder auch die gewaltigen, hunderte Meter langen Mähdrescher, mit denen der Rohstoff Spice abgebaut wird. Trotz des faszinierenden Produktionsdesigns verliert Villeneuve nie aus den Augen, was ihn an der Geschichte interessiert: Etwa die Rolle der Frauen im intergalaktischen Machtgefüge. Seit Jahrtausenden arbeitet ein matriarchaler Nonnenorden auf eine Erlöserfigur hin. Das Oberhaupt des Ordens, gespielt von Charlotte Rampling, unterzieht Paul einer Prüfung - und man möchte nicht mit ihm tauschen.

Eine spirituelle Reise

Natürlich gibt es auch in diesem Science-Fiction-Film präzise choreographierte Kämpfe. Und Schlachten mit schwerem Kriegsmaterial. Doch dieser "Dune"-Film ist vor allem eine spirituelle Reise. Die Wüste hilft dem Helden, seine Identität zu finden, sie wird zum Raum der Selbsterkenntnis. Und die braucht dieser Paul Atreides auch, wenn er als Erlöser in einem zweiten Teil bestehen will.

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Dune

Genre:
Science-Fiction
Produktionsjahr:
2021
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Josh Brolin, Stellan Skarsgård, Dave Bautista und anderen
Regie:
Denis Villeneuve
Länge:
155 Minuten
FSK:
ab 12 Jahre
Kinostart:
16. September

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 16.09.2021 | 07:20 Uhr

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