Stand: 26.08.2019 14:46 Uhr

"Die unbewohnbare Erde": Klimawandel - Was kommt?

Die unbewohnbare Erde. Leben nach der Erderwärmung
von David Wallace-Wells
Vorgestellt von Hilka Sinning

"I want you to panic", so lautet die Botschaft der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg. Wer das für übertrieben hält, wird von David Wallace-Wells eines Besseren belehrt. In seinem neuen Buch "Die unbewohnbare Erde" schildert der amerikanische Journalist anhand drastischer Beispiele die Folgen der Erderwärmung. "Egal, wie gut Sie informiert sind, Sie sind nicht beunruhigt genug", warnt er die Leser.

Cover des Buches "Die unbewohnbare Erde"

"Die unbewohnbare Erde": Bestseller zum Klimawandel

Kulturjournal -

Was passiert, wenn sich die Erde weiter erwärmt? Der Autor David Wallace-Wells zeigt in seinem Buch "Die unbewohnbare Erde" unterschiedliche, erschreckende Szenarien.

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Klimawandel: "Es ist schlimmer, als Sie denken"

Seit 2017 sind der Klimawandel und seine Folgen das große Thema von David Wallace-Wells, Kolumnist und stellvertretender Chefredakteur des "New York Magazine". Auf der Grundlage ausführlicher Recherchen und zahlreicher Interviews mit Wissenschaftlern beschreibt er, was es tatsächlich bedeutet, wenn sich die Erde in den nächsten Jahrzehnten um 2, 3, 4 oder gar noch mehr Grad erwärmt.

Dass sich die Erde weiter aufheizt, daran besteht kein Zweifel. Es geht also um die Frage des Ausmaßes. Aber auch da hält der Journalist für seine Leser nichts Tröstendes bereit. "Es ist schlimmer, viel schlimmer, als Sie denken", meint er. Selbst das bestmögliche, aber unwahrscheinliche Szenario - eine Erwärmung um 2 bis 2,5 Grand - ist schon schrecklich genug. "Es ist fast so, als würden wir auf einem neuen Planeten landen, auf dem völlig andere klimatische Bedingungen herrschen. Und nun müssen wir herausfinden, ob und wie wir dort überleben können."

Unterschiedliche Facetten des Klimawandels

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David Wallace-Wells hat für sein Buch zahlreiche Interviews mit Wissenschaftlern geführt.

Im ersten Teil seines Buches fächert er unter dem Titel "Elemente des Chaos" zwölf Facetten des Klimawandels auf: von Hitzetod und Hunger über sterbende Meere und Süßwassermangel bis zu Seuchenalarm und Klimakriegen. Jeder Aspekt ist für sich katastrophal. In Kombination sind sie die Apokalypse schlechthin. Und um unserer mangelnden Vorstellungskraft auf die Sprünge zu helfen, greift der Autor zu schockierenden Bildern. "Wenn Sie es bis hierher geschafft haben, sind Sie ein tapferer Leser", schreibt er am Ende dieser zwölf Schreckenskapitel.

Auch wenn er immer wieder betont, dass der Blick in die Zukunft zum Teil spekulativ ist, sind seine Schilderungen wissenschaftlich gut belegt. Gerade weil die Klimaforscher seiner Meinung nach viel zu zurückhaltend formulieren, schlägt er selbst einen zwar alarmistischen, aber keineswegs unseriösen Ton an.

Chance auf Veränderung

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Im Spekulativen steckt aber auch die Chance auf Veränderung. Wenn wir uns - jenseits aller Science Fiction - so klar wie möglich vor Augen führen, wie die Zukunft aussehen könnte, sind wir dazu motiviert, mit aller Macht dagegen zu steuern. "Niemand möchte eine Katastrophe kommen sehen, aber diejenigen, die die Augen aufhalten, tun es", schreibt er.

Die Ungewissheit in Bezug auf den Klimawandel besteht nicht darin, dass wir zu wenig über die Natur wissen, sondern dass wir den Faktor Mensch nicht ausreichend berücksichtigen. Denn es ist, so David Wallace-Wells, "das Handeln der Menschen, das über das Klima der Zukunft entscheidet, nicht irgendwelche Systeme, die sich unserer Kontrolle entziehen."

Und so sieht er doch Anlass für Optimismus: "Wenn wir zulassen, dass die Erde sich weiter aufheizt und uns mit all der Kraft bestraft, mit der wir sie gefüttert haben, liegt das daran, dass wir uns dafür entschieden haben - und gemeinsam den Pfad in Richtung Selbstmord beschreiten. Wenn wir das abwenden, liegt es daran, dass wir bewusst einen anderen Weg eingeschlagen haben und fortbestehen."

Die unbewohnbare Erde. Leben nach der Erderwärmung

von
Verlag:
Ludwig Verlag/ Random House
Veröffentlichungsdatum:
22. Juli 2019
Bestellnummer:
ISBN: 978-3-453-28118-9
Preis:
18,00 €
Länge:
336 Seiten

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 26.08.2019 | 22:45 Uhr

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