Stand: 06.02.2019 08:55 Uhr

L / M / N

von Andreas Brauns
  1. A
  2. B
  3. C / D / E / F
  4. G
  5. H
  6. I / J
  7. K
  8. L / M / N
  9. O / P / Q
  10. R
  11. S
  12. T
  13. U / V / W
  14. X / Y / Z

Kirchenlexikon - Papst hält Versammlung zu Missbrauch ab

Zurück zur Übersicht L / M / N

"Ende Februar soll es doch im Vatikan eine Versammlung von Bischöfen zum Thema Missbrauch geben. Warum gibt es so ein Treffen erst jetzt?"

In den vergangenen Jahren sind immer mehr Fälle sexualisierter Gewalt in die Öffentlichkeit gelangt. Heute ist bekannt: Viel zu oft haben Verantwortliche weggeschaut und abgewiegelt. Jetzt ist klar, die vielen Opfer sexualisierter Gewalt und der Umgang mit ihnen haben die Kirche mehr und mehr erschüttert. Bis in die Grundfesten.

Papst nimmt Bischöfe in die Pflicht

Bild vergrößern
Laut einer Untersuchung der katholischen Kirche sind 3677 Kinder und Jugendliche Opfer von Missbrauch geworden.

Es ist ein weltweites Problem und kann nur global angegangen werden. Damit hat Papst Franziskus seine Entscheidung begründet, die Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in den Vatikan einzubestellen. Außerdem Vertreter katholischer Orden und die Vorsitzenden der katholischen Ostkirchen. Die sollten bis zu der Versammlung vom 21. bis 24. Februar ihre "Hausaufgaben" gemacht haben. Das heißt, direkten Kontakt zu Betroffenen suchen, sich ihrer eigenen Verantwortung stellen. Und der Frage nachgehen, welche strukturellen Ursachen es für den Missbrauch von Macht in der Kirche gibt?

Die Erwartungen an die Versammlung sind hoch, sehr hoch. Deuten manche die Konferenz doch als ein bedeutendes Ereignis, das ähnlich wie ein Konzil, also eine Versammlung aller Bischöfe, oder ein Konklave, eine Papstwahl anmutet. Aber so einen Rang hat die Konferenz nicht. Sie gilt nur als eine Etappe auf einem schmerzhaften Weg der Kirche in der Auseinandersetzung mit den Missbrauchsfällen.

Papst macht Thema Missbrauch zur Chefsache

Immerhin macht das Treffen deutlich: Das Thema ist Chefsache. Und der Chef, also Papst Franziskus, will mit der Versammlung das Bewusstsein der Kirchenmänner verändern. Darum werden die Seelsorger auch Erlebnisberichte von Opfern hören. Es wird Gespräche geben, viele Informationen, Gottesdienste und Zeiten für die persönliche Besinnung.

Papst Franziskus möchte mit dem weltweiten Bischofstreffen erreichen, dass die Bischöfe die anzuwendenden Gesetze kennen und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Sie sollen in der Lage sein, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um Missbrauch zu verhindern. Und sie sind dazu angehalten, sich um die Opfer zu kümmern und sicherzustellen, dass kein Fall vertuscht oder begraben wird.

Mehr aus dieser Sendereihe lesen Sie in: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 09.02.2019 | 09:15 Uhr

Bischof Wilmer sieht "Strukturen des Bösen"

Drastische Worte: Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer sagt, Machtmissbrauch gehöre zur "DNA der Kirche". Er fordert eine Wahrheitskommission zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. mehr

Missbrauch: Bischof Wilmer trifft Opfer-Vertreter

Am Donnerstag haben sich der Hildesheimer Bischof Wilmer und ein Vertreter von Missbrauchs-Opfern getroffen. Beide Seiten sprachen danach von einer guten Grundlage für weitere Gespräche. mehr

Landeskirchen: 107 Fälle sexuellen Missbrauchs

Mehr als 100 Fälle sexuellen Missbrauchs hat es in den evangelischen Landeskirchen Niedersachsens seit 1950 gegeben. Braunschweigs Landesbischof Meyns hat Aufarbeitung versprochen. mehr

Erzbistum: Über 100 Fälle von Missbrauch

Das Erzbistum Hamburg hat eine Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorgestellt. Mehr als 100 junge Menschen wurden in der Zeit von 1946 bis 2015 missbraucht. mehr