Stand: 12.04.2018 12:22 Uhr

Der Nachhall einer verletzlichen Seele

Ripples
von Malia
Vorgestellt von Sarah Seidel

Noch mehr kann man das Ambiente für eine Album-Aufnahme kaum runterdimmen. Da ist Malias Stimme in all ihrer Zerbrechlichkeit, ein Piano und ein Streicher-Trio, sonst nichts. Aufgenommen in der Wohnung des Pianisten Alexandre Saada in Paris. Überwiegend Songs, die Malia vor gut 14 Jahren mit André Manoukian geschrieben und schon einmal für ihr Album "Echoes Of Dreams" aufgenommen hat - allerdings in einer anderen Besetzung, mit einer anderen musikalischen Haltung und in einer anderen Lebenssituation. Damals war es energetischer Soul-Pop, auf "Ripples" ist es eine Art kammermusikalischer Jazz. Malia, die aus Malawi stammt und als Jugendliche nach England kam, hat immer mal wieder mit den Härten des Lebens klarkommen und sich vor ein paar Jahren auch noch durch eine Krebserkrankung kämpfen müssen. Kein Wunder, dass sich das Ergreifende in ihrer Stimme über die Jahre immer weiter verstärkt hat. Durch die sparsamen Arrangements ihres neuen Albums hindurch lässt sie uns tief in ihre Seele blicken. Da ist viel Schmerzhaftes drin, aber eben auch Zuversicht.

Anrührende Geschichtenerzählerin

Gewinnen Sie das Jazz Album "Ripples"

In der Sendung PlayJazz! verlost NDR Info das Jazz Album der Woche. Schreiben Sie eine E-Mail mit Ihrer Anschrift an jazz@ndr.de - und mit etwas Glück gewinnen Sie!

Mit Malia ist eine anrührende Geschichtenerzählerin zu hören. Nicht mehr weit vom Sprechgesang entfernt, zieht uns diese Sängerin in ihren Bann. Das klingt mal hymnisch, mal fragil, mal melancholisch und immer zutiefst aufrichtig. Eine bluesbezogene Sängerin mit afrikanischen Wurzeln und einem kosmopolitischen Lebensstil. Bei der Wiederauflage der alten Songs wurde sie von ihrem Pianisten Alexandre Saada unterstützt. Er ist seit ihrem Album "Black Orchid" ein wichtiger musikalischer Partner für sie und zeichnet auch für die Streicher-Arrangements auf "Ripples" verantwortlich. Das neue Werk ist kein Hochglanz-Produkt, sondern die rohe Momentaufnahme einer Sängerin, die das Unperfekte annimmt und ganz bei sich selbst ist. Zwölf Songs auf dem Album stammen von Malia und André Manoukian. Und es gibt zwei Bonus Tracks: "Imagine" von John Lennon und "The First Time I Ever Saw Your Face" von Ewan McCall.

Ripples

Genre:
Jazz
Label:
MPS Records
Veröffentlichungsdatum:
13.04.2018
Preis:
16,99 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Play Jazz! | 16.04.2018 | 22:05 Uhr