Stand: 14.09.2020 08:00 Uhr

Neuland in Zahlen - Wie sich MV verändert hat

Die Unternehmenslandschaft ist in Ostdeutschland deutlich kleinteiliger als in den westdeutschen Bundesländern. So hat nicht einmal jedes zehnte Unternehmen im Osten mehr als 250 Mitarbeiter. Im Westen liegt der Anteil dieser größeren Firmen bei mehr als 20 Prozent. Von den 500 größten Unternehmen in Deutschland haben nur sechs ihren Sitz in den fünf neuen Bundesländern.

Fast alle Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern sind auch 30 Jahre nach der deutschen Einheit sehr klein: etwa 90 Prozent haben weniger als 10 Mitarbeiter. Der Anteil der Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten liegt bei gerade einmal zwei Prozent.

Die größten Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern kamen zuletzt aus den unterschiedlichsten Branchen. Auf dem ersten Platz der Rangliste liegt die Reederei AIDA Cruises mit Sitz in Rostock. Zu den größten weiteren Arbeitgebern zählen aus der Industrie etwa der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex, der Kranbauer Liebherr und die MV Werften, aber auch die Gesundheitsbranche mit den Universitätskliniken Rostock und Greifswald sowie der Helios Gruppe in Schwerin auf den vorderen Plätzen. Insgesamt sind Firmen dieser Größe aber nach wie vor die Ausnahme im Nordosten.

Massiv gewachsen ist dagegen nach 1990 die Tourismus-Branche in Mecklenburg-Vorpommern. Sah es direkt nach der Wiedervereinigung noch danach aus als wollten nur wenige Besucher ihren Urlaub im Nordosten verbringen, drehte sich der Wind in den Folgejahren komplett. Bis zur Jahrtausendwende legte Mecklenburg-Vorpommern einen rasanten Aufstieg bei den Übernachtungszahlen hin - und überholte schließlich die direkte Konkurrenz in Schleswig-Holstein. Im Jahr 2019 verbuchte der Tourismusverband 34 Millionen Übernachtungen - erneut ein Rekord. Mittlerweile liegt der Anteil der Tourismusbranche an der Gesamtwirtschaftsleistung des Landes  bei rund zwölf Prozent. Jeder sechste Beschäftigte arbeitet im Tourismus- oder in tourismusnahen Unternehmen.

Fakten sind das eine, persönliche Einschätzungen 30 Jahre nach der deutschen Einheit das andere: Die zeigen, Mecklenburger und Vorpommern neigen heute kaum zu Nostalgie. Laut einer Meinungsumfrage aus 2019 wünschen sich nur 17 Prozent aller Bürger "manchmal die DDR zurück". Eine knappe Mehrheit der Befragten im Nordosten würde sich eher als Deutsche bezeichnen, 41 Prozent sehen sich dagegen als Ostdeutsche.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.09.2020 | 08:00 Uhr