Stand: 14.12.2019 15:55 Uhr

Undav düpiert Braunschweig - Meppen marschiert

von Johannes Freytag, NDR.de
Meppens Hassan Amin (r.) bejubelt mit Deniz Undav dessen Treffer gegen Eintracht Braunschweig. © imago images / Werner Scholz
Deniz Undav (M.) glänzte gegen seinen Ex-Club als doppelter Torschütze.

Der SV Meppen bleibt die Mannschaft der Stunde in der dritten Fußball-Liga. Die Emsländer gewannen am Sonnabend mit 2:1 (2:1) bei Eintracht Braunschweig und fügten dem Niedersachsen-Rivalen die erste Niederlage unter Trainer Marco Antwerpen zu. Ausgerechnet der frühere Braunschweiger Deniz Undav traf doppelt für den SVM, der nun seit acht Spielen ungeschlagen ist. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für den BTSV erzielte Manuel Schwenk. "Was Meppen gut gemacht hat, haben wir nicht gut gemacht. Wir haben die Basics nicht auf den Platz gebracht. Wir gehen als klarer Verlierer vom Platz", erklärte Antwerpen. Meppens Coach Christian Neidhart haderte lediglich mit der Chancenverwertung seines Teams: "Wenn man die Spielstärke der ersten Hälfte gesehen hat, muss man eigentlich 3:0 führen, aber wir haben die Möglichkeiten fahrlässig liegen gelassen."

Meppen hat als Tabellensechster nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Blau-Gelben, die weiterhin Dritter sind.

Schwenk kontert Undavs Führungstreffer

Während die Gäste aus Meppen unverändert gegenüber ihrem 3:1 gegen Münster begannen, baute Braunschweigs Antwerpen seine Startelf auf drei Positionen um und brachte Kevin Goden, Schwenk und Yari Otto. Martin Kobylanski, Benjamin Kessel und Mike Feigenspan saßen zunächst nur auf der Bank.

19.Spieltag, 14.12.2019 14:00 Uhr

Braunschweig

1

SV Meppen

2

Tore:

  • 0:1 Undav (16.)
  • 1:1 Schwenk (24.)
  • 1:2 Undav (40.)

Braunschweig: Fejzic - Goden (46. B. Kessel), R. Becker, Burmeister, Kijewski - Nehrig (7. Kobylanski / 68. Feigenspan), Wiebe - Bär, Otto, Schwenk - Proschwitz
SV Meppen: Domaschke - Ballmert, Puttkammer, Komenda, Amin (77. Jesgarzewski) - Egerer, Leugers - Kleinsorge (83. Düker), Tankulic (64. El-Helwe), Rama - Undav
Zuschauer: 17910

Weitere Daten zum Spiel

Doch nach nicht einmal drei Minuten waren die Braunschweiger Personalplanungen schon wieder Makulatur. Kapitän Bernd Nehrig musste mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz, Kobylanski kam in die Partie. Es dauerte eine Weile, bis beide Teams wieder auf Betriebstemperatur waren. Zunächst probierte es Kobylanski mit einem eher harmlosen Schuss aus der Distanz, den SVM-Keeper Erik Domaschke allerdings nicht festhalten konnte - der nachsetzende Nick Proschwitz köpfte über das Tor (11.). Deutlich dichter dran am Führungstor waren auf der Gegenseite die Meppener. Nach einem Eckball stieg Luka Tankulic am höchsten, Felix Burmeister klärte auf der Linie (13.).

Nur wenig später zappelte der Ball allerdings tatsächlich im Braunschweiger Netz: Undav nahm aus gut 20 Metern einfach mal Maß und zirkelte das Leder in den rechten oberen Winkel - das elfte Saisontor des Drittliga-Topscorers (16.), der einst für die zweite Mannschaft der "Löwen" auf Torejagd ging. Die Gastgeber brauchten aber nicht lange, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Goden setzte sich auf der rechten Seite durch, seine Hereingabe wehrte Domaschke unglücklich nach vorne ab, Schwenk rauschte heran und traf zum Ausgleich (24.).

Meppen spielt Braunschweig schwindelig

Wer nun eine befreit aufspielende Braunschweiger Mannschaft erwartete, sah sich getäuscht. Meppen drängte die Hausherren immer mehr in die eigene Hälfte und vergab reihenweise Großchancen: Marius Kleinsorge scheiterte an Jasmin Fejzic, den Abpraller vergab Undav aus zwei Metern fast kläglich (27.). Dann lief Kleinsorge alleine auf das BTSV-Gehäuse zu, setzte den Ball jedoch knapp daran vorbei (33.), kurz darauf verfehlte Undav mit einem Heber das Tor ebenso knapp (34.). Aber die erneute Meppener Führung war nur aufgeschoben: Eine Hereingabe von Kleinsorge hoppelte durch den gesamten Braunschweiger Strafraum, Undav schob zum 2:1 für Meppen ein (40.).

Braunschweig ohne Ideen, Meppen konterstark

Der BTSV-Anhang quittierte die Leistung der Blau-Gelben beim Gang in die Kabine mit Pfiffen. Tatsächlich wirkte das Team von Trainer Antwerpen nach Wiederbeginn etwas engagierter, fand aber kein Durchkommen gegen die gut stehende Meppener Defensive. Die Gäste waren weiter bärenstark und nach Kontern höchst gefährlich. Kleinsorges Pass auf den mitgelaufenen Undav geriet zu ungenau - da hätte die Vorentscheidung bereits fallen können (53.). Ebenso in der 62. Minute: Kleinsorge wurde von Undav steil geschickt und erst im letzten Moment von Niko Kijewski gestoppt.

"Höchststrafe" für Kobylanski

Antwerpen reagierte und brachte in Feigenspan einen weiteren Offensivmann. Raus musste dafür Kobylanski, der die "Höchststrafe" (eingewechselt, ausgewechselt) sichtbar sauer zur Kenntnis nahm. Am Braunschweiger Spiel änderte die Maßnahme nicht viel. Zwar verlagerte sich das Geschehen auf dem Platz zunehmend in die Meppener Hälfte, der einzig gelungene Torschuss - Schwenk traf - wurde wegen einer Abseitsposition abgepfiffen. Meppen kämpfte leidenschaftlich und brachte so den knappen Vorsprung über die Zeit. In der Nachspielzeit hatte Undav seinen dritten Treffer auf dem Fuß, lupfte den Ball aber über das Gehäuse (90.+2). Auch Valdet Rama scheiterte aus kurzer Distanz (90.+4).

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 14.12.2019 | 18:05 Uhr

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