Stand: 06.06.2018 13:45 Uhr

Public Viewing: Anfang vom Ende eines Trends?

Das Sommermärchen ist lange vorbei. Zwölf Jahre ist die Weltmeisterschaft in Deutschland mittlerweile her, die Zehntausende Menschen vor Großbildleinwände lockte, um gemeinsam die Spiele der Mannschaft von Jürgen Klinsmann zu schauen. Für diese WM rechnen die Veranstalter in Niedersachsen mit weniger Zuschauern - die Zeiten, als Public Viewing ein Trend war, scheinen vorbei zu sein. "Ich gehe davon aus, dass das Interesse deutlich reduziert sein wird", sagte Fanforscher Gunter Pilz aus Hannover. Der Wunsch, die Spiele gemeinsamen zu schauen, hänge wesentlich davon ab, wie weit das deutsche Team kommt. "Die überragenden Besucherzahlen wie bei der WM 2006 in Deutschland sind nicht mehr realisierbar", sagte auch Veranstalter Lutz Renneberg. Das liege auch an der Technik, die es vielen ermögliche, die Spiele privat etwa über einen Beamer zu schauen. Renneberg organisiert ein Angebot in Göttingen: In der Lokhalle können 5.500 Zuschauer die Partien auf einer großen Leinwand verfolgen.

Nicht mehr rentabel?

In Hannover haben bei der WM vor vier Jahren allein an der Parkbühne 10.000 Fans gemeinsam gejubelt, als Mario Götze Deutschland zum Titel schoss. Götze steht vier Jahre später nicht einmal mehr im Kader und die Besucherzahlen werden 2018 auch bescheidener ausfallen. In der Landeshauptstadt wird es ein Public Viewing für bis zu 1.000 Besucher am Lindener Marktplatz geben. Dazu ist eine größere Veranstaltung auf der Fährmannswiese beim Faust-Gelände (Linden-Nord) geplant. Auch beim Schützenfest, das während der WM gefeiert wird, können die Spiele auf Monitoren und auf einer Großbildleinwand angeschaut werden. An der Swiss Life Hall und an der Parkbühne wird es diesmal keine größeren Events geben. Mit freiem Eintritt seien solche Veranstaltungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr rentabel, sagte Karsten Seifert, Sprecher von Hannover Concerts.

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"Jedes Spiel mit deutscher Beteiligung"

In Oldenburg können WM-Fans vor der EWE-Arena unter freiem Himmel Fußball gucken. "Wir übertragen jedes Spiel mit deutscher Beteiligung, auch die Vorrundenspiele", sagte Johann de Boer von der Veranstaltungs-Service GmbH (OVS). Platz ist dort für etwa 5.000 Gäste. Für ein zentrales Public Viewing entsteht in der Braunschweiger Innenstadt eine Arena für bis zu 3.000 Personen. Dort werden nach Angaben vom Stadtmarketing auf einer rund 20 Quadratmeter großen LED-Wand alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie das Finale übertragen - gegebenenfalls auch ohne deutsche Beteiligung.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.06.2018 | 08:00 Uhr

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