Stand: 14.11.2019 09:00 Uhr

Kiels Trainer Werner: Oben angekommen, um zu bleiben

von Matthias Heidrich, NDR.de
Mit 31 Jahren schon Chefcoach: Holstein Kiels Ole Werner.

Holstein Kiels Ole Werner ist erst 31 Jahre alt, aber bereits auf einem der begehrten Trainerposten im bezahlten Fußball angekommen. Er selbst sieht sich allerdings nicht als Senkrechtstarter.

Die Kieler Zweitligaprofis Dominik Schmidt und Johannes van den Bergh haben Ole Werner etwas voraus. Sie sind mit 32 Jahren die beiden ältesten Spieler im Kader von Holstein Kiel und damit auch ein Jahr älter als ihr Trainer. Werner ist gerade einmal 31, aber schon da angekommen, wo viele Trainer erst im gehobenen Alter ran dürfen, wenn überhaupt - im bezahlten Fußball.

Werner ist der jüngste Profi-Chefcoach in Deutschland

Klingt nach einem kleinen Fußballmärchen, fühlt sich für den vorherigen U23-Coach der Kieler und nun jüngsten Chefcoach im deutschen Profifußball aber ganz anders an. "Ich nehme es nicht so wahr, dass ich ganz schnell auf diesem Posten gelandet bin", sagt Werner im Interview mit dem NDR Sportclub. "Ich habe elf Jahre gebraucht, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Das ist keine kurze Zeit."

Ole Werner, Trainer von Holstein Kiel, spricht zu seinen Profis. © imago images/Holsteinoffice

Kiel-Coach Werner: "Bin froh, dass es so gekommen ist"

Ole Werner ist gerade einmal 31 Jahre alt und bereits Cheftrainer in der zweiten Bundesliga. Im Interview spricht der Holstein Kiels Coach über seinen Werdegang.

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Ein Jahr Work and Travel in Australien

Werner war gerade einmal 20 und ambitionierter Viertligaspieler in Kiel, als er die Fußballschuhe wegen Problemen mit der Hüfte an den Nagel hängen musste. "Danach hatte ich nicht direkt die Idee, Trainer zu werden. Das hat sich dann irgendwann entwickelt." Vor der Rückkehr auf den grünen Rasen standen für den in der Schusterstadt Preetz geborenen Trainer andere Dinge im Vordergrund: Ausbildung zum Bankkaufmann, Abitur nachholen, Reisen - ein Jahr Work and Travel in Australien - und Studium (Wirtschaftswissenschaften und Germanistik). "Allerdings nicht abgeschlossen", wie der 31-Jährige mit einem Lachen zugibt.

Jede Woche zum Fußballlehrerlehrgang

Während des Studiums zog es ihn zurück zum Fußball und somit auch zu Holstein Kiel: Jugendcoach, Co- und schließlich Cheftrainer bei der U23 der "Störche", Werner hat sich beim Traditionsclub von der Förde hochgearbeitet. "Irgendwann habe ich gemerkt, ich mache das ganz gut. Dann entstehen Ambitionen und man versucht, seinen Weg zu gehen", blickt er zurück. Diese Ambitionen haben ihn nun bis zum Fußballlehrerlehrgang in Köln und seit Mitte September auch auf den Cheftrainerposten in Kiel geführt.

Chemie mit Co-Trainern Boll und Kohlmann stimmt

"Die Frage war, kann man das mit der Ausbildung parallel machen?", so Werner. Die Mannschaft sprach sich schnell für den zunächst nur als Interimslösung beförderten Coach aus. Er selbst merkte recht zügig, dass auch die Chemie mit denen in dieser Konstellation wichtigen Co-Trainern Fabian Boll und Patrick Kohlmann stimmt. "In dem Moment, wo du als Trainer das Gefühl hast, die Dinge, die du machst, werden angenommen und laufen in die richtige Richtung, möchtest du es auch weitermachen. Insofern bin ich froh, dass es jetzt so gekommen ist."

Wahl: "Er hat einen ganz klaren Plan"

Das Team offenbar auch. "Er hat einfach einen ganz klaren Plan, wie er Fußball spielen will. Und das liegt uns - übertrieben gesagt - einfach viel mehr, als so ein bisschen planlos über den Platz zu laufen", sagte Kapitän Hauke Wahl nach dem jüngsten 1:1 gegen den HSV und sendete damit auch einen versteckten Gruß an den in Kiel mit seiner sperrigen Art gescheiterten André Schubert. Werner übernahm Mitte September und hat die "Störche" stabilisiert. Drei Siege, drei Niederlagen und ein Remis schlagen unter dem 31-Jährigen bislang zu Buche. Für das Team ist etwas anderes aber ebenso wichtig. "Wir haben ganz klar unsere Stärken im Spielerischen und das kommt durch seine Handschrift wieder mehr zum Vorschein. Es macht wieder ein bisschen mehr Spaß", so Wahl.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 10.11.2019 | 23:00 Uhr