Stand: 16.04.2019 12:49 Uhr

"Wir leben noch" - der HSV glaubt wieder an sich

Jubel bei den HSV-Profis - das 1:1 in Köln gibt Aufwind.

Der Versprecher sprach Bände. Im Interview mit dem NDR Hörfunk analysierte Ralf Becker das 1:1 des Hamburger SV beim 1. FC Köln mit den Worten "Der Sieg...". Der Sportchef korrigierte sich dann zwar umgehend ("Der Punkt..."), aber die Freudsche Fehlleistung war nur allzu verständlich. Das Remis beim souveränen Tabellenführer durfte sich für die Hanseaten zu Recht wie ein Sieg anfühlen. Zwar gewann der HSV zum vierten Mal in Folge in der Liga nicht, die Leistung in der zweiten Hälfte in Köln sollte den Hamburgern aber Mut machen und Kraft im Aufstiegsrennen geben. "Wir leben noch", atmete Trainer Hannes Wolf auf, der sich nach dem 1:2 gegen Magdeburg vor einer Woche noch viel Kritik hatte anhören müssen.

Becker: "Das schweißt zusammen"

Ausgerechnet beim stärksten Team der Liga zogen sich Wolf und seine ersatzgeschwächten Hamburger am eigenen Schopf aus dem Sumpf. "In der zweiten Hälfte haben wir guten, schnellen Fußball gespielt, und wir sind kaum noch in Konter gelaufen", erklärte der HSV-Coach. Mit der Einwechslung des Siegtorschützen Manuel Wintzheimer bewies er zudem ein glückliches Händchen. Der 20-Jährige hatte zuvor ein einziges Mal in dieser Saison auf dem Platz gestanden - 22 Minuten lang beim 1:3 in Kiel. Auch mit der Personalie Léo Lacroix in der Innenverteidigung lag Wolf richtig: Der Schweizer, erstmals seit November 2018 in der Startelf, hatte viele gute Aktionen. "Es waren Jungs auf dem Platz, die zuletzt nicht die große Rolle gespielt haben. Und sie haben es richtig gut gemacht", sagte Sportchef Becker: "Das schweißt uns noch einmal zusammen. So etwas brauchten wir heute. Wir brauchen die Jungs hinten dran."

Wolf mahnt: "Es wird schwierig"

Der zuletzt kriselnde HSV glaubt wieder an sich, das neue Gemeinschaftsgefühl soll durch die verbleibenden fünf Spieltage tragen. Sieben Zähler beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Köln, viel wichtiger aber ist der Blick nach unten: Union Berlin (drei Punkte weniger) und der SC Paderborn (vier) sind in Schlagdistanz. Wolf weiß, dass sein Club noch lange nicht durch ist: "Wir haben die schlechtere Tordifferenz, wir spielen noch beim Dritten und beim Vierten. Es wird schwierig. Aber wir stehen jetzt in der Pflicht." Oft folgte in dieser Saison beim HSV auf einen Erfolg die Ernüchterung. Das soll jetzt anders sein: "Wir bleiben jetzt in diesem Modus, dann können wir uns im Juni zurücklehnen."

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Sport aktuell | 16.04.2019 | 11:25 Uhr