Daumen hoch von HSV-Trainer Horst Hrubesch © Witters

Wow, Hrubesch wirkt: HSV schlägt Nürnberg 5:2 und darf hoffen

Stand: 11.05.2021 17:13 Uhr

Der HSV lebt tatsächlich noch, dank Horst Hrubesch. Beim Debüt des 70-Jährigen an der Seitenlinie feierte der Zweitligist am Montag einen verdienten 5:2 (3:1)-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg und rückte auf Rang vier vor.

von Matthias Heidrich

Ob Horst "Hotte" Hrubesch womöglich magische Hände hat? Egal, was das einstige Kopfball-Ungeheuer anfasst, es scheint von Erfolg gesegnet zu sein. Nur eine Woche hatte die HSV-Ikone Zeit, um nach der Beurlaubung von Daniel Thioune ihre Kräfte bei der verunsicherten Mannschaft aus dem Volkspark wirken zu lassen - und es funktionierte.

"Es macht einfach Spaß"

"Die Mannschaft hat schon drei Tage vorher die Aufstellung gehabt, denn für mich ging es darum, dass ich da eine Sicherheit reinkriege", sagte Hrubesch im NDR Interview und lobte sein Team: "Die Jungs haben es mir absolut leicht gemacht, haben mitgezogen und mitgemacht. Es macht einfach Spaß."

Leistner: "Haben wieder die Basics auf den Platz gebracht"

Verteidiger Leistner konnte das nur unterstreichen: "Er hat ein bisschen die Lockerheit zurückgebracht", sagte er dem NDR und lobte die klare Handschrift des neuen Trainers: "Wir haben wieder die Basics auf den Platz gebracht. Wir haben aus einem 4-4-2 agiert und das hat einiges einfacher gemacht. Die Jungs wussten genau, wo sie hinlaufen sollen."

Hrubesch strickt damit weiter fleißig an seiner Legende. Gegen Nürnberg waren es allerdings auch handfeste taktische Umstellungen, die die Hamburger bereits in der ersten Hälfte auf die Siegerstraße brachten.

Fünf Wechsel nahm der 70-Jährige im Vergleich zum Karlsruhe-Spiel vor, beorderte Sonny Kittel ganz weit nach links und Bakery Jatta ebenso weit nach rechts. Eine klassische Flügelzange, die in der Mitte mit Simon Terodde und Startelf-Debütant Robin Meißner zwei Anspielstationen vorfand.

Startelf-Debütant Meißner überzeugt

Es war schon fast etwas kitschig, dass ausgerechnet Meißner nach einer halben Stunde zum 1:0 für den HSV traf. Sein Schuss wurde vom Nürnberger Asger Sörensen ins eigene Tor abgelenkt. Das 1:0 brachte dem HSV und Meißner Sicherheit. Sieben Minuten später legte die "Hrubesch-Entdeckung" mit viel Übersicht quer und Jatta traf ins lange Eck zum 2:0.

Terodde trifft, Kittel kreiert die Szene des Spiels

Selbst das postwendende 1:2 durch Erik Schuranow (41.) - HSV-Keeper Sven Ulreich sah nicht gut dabei aus - steckten die Hamburger weg. Terodde war in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zur Stelle und besorgte aus dem Gewühl heraus das 3:1 (45.+2).

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Die Szene des Spiels hatte den Treffer des Torjägers überhaupt erst ermöglicht. Wie sich Edeltechniker Kittel zuvor an der Außenlinie in den Klärungsversuch der Nürnberger geworfen und den Ball zurückerkämpft hatte, war bockstark. Nicht auszuschließen, dass Hrubesch den in dieser Saison so oft verzagten Feinfuß unter der Woche im Vorbeigehen auch berührt hat.

Kittel krönt seine Leistung

Nach dem Seitenwechsel schlug die Stunde der Torhüter. Auf Nürnberger Seite verhinderte Christian Mathenia mit einer sensationellen Parade den vierten Treffer des HSV. Der ehemalige Hamburger lenkte einen tollen Schuss von Meißner an die Latte (62.). Ulreichs Rettungstat in der 73. Minute gegen Tom Krauß stand dem allerdings in nichts nach.

Es passte ins Bild an diesem perfekten HSV-Abend, dass Kittel seine herausragende Leistung mit dem 4:1 (76.) krönen konnte. Terodde setzte vom Elfmeterpunkt den Schlusspunkt (5:1, 80.), der der Anfang einer Aufholjagd sein könnte. Das 2:5 durch Linus Rosenlöcher (89.) störte keinen mehr. Siege in Osnabrück und zu Hause gegen Braunschweig scheinen für den HSV in dieser Form nur Formsache zu sein.

32.Spieltag, 10.05.2021 20:30 Uhr

Hamburger SV

5

1.FC Nürnberg

2

Tore:

  • 1:0 Meißner (30.)
  • 2:0 Jatta (37.)
  • 2:1 Schuranow (41.)
  • 3:1 Terodde (45. +2)
  • 4:1 Kittel (76.)
  • 5:1 Terodde (80., Foulelfmeter)
  • 5:2 Rosenlöcher (89.)

Hamburger SV: Ulreich - Vagnoman (74. Wintzheimer), Leistner, Heyer, Leibold - Kinsombi (82. Kwarteng), Onana - Jatta (82. Heil), Kittel (86. Narey) - Terodde, Meißner (74. Gyamerah)
1.FC Nürnberg: Mathenia - Valentini, Mühl, Sörensen, Handwerker - Geis (84. Rosenlöcher) - Krauß (84. Suver), Hack (84. Schleusener) - Möller Daehli (46. Latteier) - Schuranow, Dovedan (84. Krätschmer)
Zuschauer:

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