Stand: 15.09.2018 15:41 Uhr

Hattrick-Lasogga schießt den HSV zum Sieg

von Matthias Heidrich, NDR.de

Der Hamburger SV kommt in der Zweiten Bundesliga so richtig ins Rollen, dank Sturmtank Pierre-Michel Lasogga. In der Heimpartie gegen den 1. FC Heidenheim musste der bullige Angreifer zunächst auf der Bank Platz nehmen, da Trainer Christian Titz Neuzugang Hee-chan Hwang das Vertrauen schenkte. Doch nach der Pause kam Lasogga ins Spiel und drehte die Partie nach Heidenheims Führung mit einem Hattrick. 3:2 (0:0) hieß es am Sonnabend für den Bundesligaabsteiger, der den dritten Sieg in Folge feierte und bereits am Dienstag (18.30 Uhr, im NDR Livecenter) zum Nachholspiel in Dresden antreten muss.

"Ich war sauer" - "Er darf auch sauer sein"

"Das war mein erster Hattrick nach einer Einwechslung. Ich war sauer, dass ich draußen war. Dass ich der Mannschaft dann so mit meinen Toren helfen konnte - genau das wollte ich. Ich werde alles tun für diesen Verein", sagte Lasogga bei "Sky". "Er darf auch sauer sein, wenn er erst auf der Bank sitzt, aber es ist umso besser, wenn er das so in Leistung ummünzt", "antwortete" Titz.

Lasogga-Show bringt den Volkspark zum Beben

Hwang von Beginn an, Lasogga auf der Bank

Der HSV hatte anfänglich Probleme. Zwar bestimmten die Hausherren das Geschehen, aber es haperte im Angriffsspiel. Gegen die tief stehenden Gäste fehlten die zündenden Ideen, hinzu kamen viele Fehlpässe. Auf der anderen Seite hielt vor allem Heidenheims Stürmer Nikola Dovedan die HSV-Hintermannschaft mit einigen Dribblings und Abschlüssen auf Trab. Die Hamburger wurden das erste Mal durch einen Flachschuss von Khaled Narey gefährlich (22.), der am hinteren Pfosten vorbeiging. Kurz darauf trat das erste Mal Hwang auf den Plan. Den abgefälschten Bogenlampen-Schuss des Südkoreaners konnte FCH-Keeper Kevin Müller im Zurücklaufen gerade noch so über die Latte lenken (26.). Auch kurz vor der Pause, bei der besten HSV-Chance, stand Müller im Weg. Der emsige Hwang zog aus der Drehung ab, doch Heidenheims Schlussmann parierte mit dem Fuß (45.).

Titz wirft die Rotationsmaschine an

Nach der Pause warf Titz die Rotationsmaschine an, brachte Angreifer Lasogga für "Sechser" Vasilije Janjicic, sowie Christoph Moritz für Rick van Drongelen. Orel Mangala rückte in die Innenverteidigung zurück, Moritz agierte fortan neben Matti Steinmann auf der "Sechs". Die Hamburger traten nun noch dominanter auf, drückten Heidenheim tief in die eigene Hälfte und waren jetzt hinten anfällig für Konter. In der 52. Minute war Dovedan vollkommen allein auf dem Weg zum 1:0 für Heidenheim, doch Gotoku Sakai nahm seine Beine in die Hand und fing den FCH-Stürmer noch ab, grätschte den Ball in letzter Sekunde weg. Dafür feierte sich der Japaner - zu Recht.

HSV zunächst im Glück...

5.Spieltag, 15.09.2018 13:00 Uhr

Hamburger SV

3

Heidenheim

2

Tore:

  • 0:1 P. Schmidt (64.)
  • 1:1 Lasogga (74.)
  • 2:1 Lasogga (80.)
  • 3:1 Lasogga (83.)
  • 3:2 Glatzel (89.)

Hamburger SV: Pollersbeck - G. Sakai, Lacroix, van Drongelen (46. C. Moritz), Douglas Santos - Steinmann (78. Arp) - Narey, Mangala, Hunt, Janjicic (46. Lasogga) - Hwang
Heidenheim: Ke. Müller - R. Strauß, Mainka, Beermann, Theuerkauf - Griesbeck, Dorsch (61. P. Schmidt) - Schnatterer, Andrich (83. Glatzel), Thiel (81. Lankford) - Dovedan
Zuschauer: 45379

Weitere Daten zum Spiel

Kurze Zeit später jubelte kein HSVer mehr. Patrick Schmidt brachte den Außenseiter nach Ecke mit 1:0 in Führung (64.). Debütant Leo Lacroix hatte zuvor den Ball im eigenen Fünfmeterraum annehmen wollen, anstatt ihn sofort zu klären. Das misslang und der gerade erst eingewechselte Stürmer der Gäste war zur Stelle. Robert Andrich hätte kurz darauf alles klar machen müssen für Heidenheim. Nach einer kuriosen "Rücken-Vorlage" von Mangala stand er frei vor Julian Pollersbeck, hob das Leder aber am Kasten vorbei (69.). Glück für den HSV, der aber zurückkam: Nach einem schönen Spielzug über Steinmann und Douglas Santos warf Lasogga am zweiten Pfosten alles rein, was sein wuchtiger Körper hergibt und drückte den vom Pfosten zurückprallenden Ball mit der Brust ins Tor - 1:1 (74.).

...dann kommt Lasogga

Und es kam noch besser für den HSV und auch Lasogga: Der eingewechselte Jann-Fiete Arp setzte sich in der 80. Minute über rechts stark durch, flankte butterweich auf den Kopf seines Sturmpartners, der mit seinem zweiten Treffer die Partie komplett drehte. Der so oft geschmähte und im vergangenen Jahr verliehene Angreifer war nun im Rausch. Das 3:1 besorgte Lasogga wieder per Kopf nach einer Ecke (83.). Ein Hattrick innerhalb von neun Minuten, mehr ging nicht für den 26-Jährigen. Der späte Anschlusstreffer durch Robert Glatzel (89.) ließ die Hausherren zwar noch einmal zittern, aber am Ende reichte es für die Titz-Elf.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 16.09.2018 | 22:50 Uhr