Stand: 29.02.2020 17:12 Uhr

Klatsche in Aue - Nächster Rückschlag für den HSV

von Matthias Heidrich, NDR.de
Tim Leibold (HSV) am Boden © imago images / Eibner Foto: Bert Harzer
In Aue lief für den HSV nichts zusammen.

Nach der Derbypleite gegen den FC St. Pauli hat der HSV in Aue gleich den nächsten herben Dämpfer hinnehmen müssen. Der Zweitliga-Dritte fand am Sonnabend im Erzgebirge nie richtig ins Spiel und verlor nach einer insgesamt schwachen Vorstellung verdient mit 0:3 (0:0). Das einzig Positive aus Hamburger Sicht waren die Ergebnisse in Fürth und Darmstadt. Dort kassierten zeitgleich die Aufstiegskonkurrenten Stuttgart und Heidenheim ebenfalls Niederlagen.

Für die HSV-Fans war das in diesem Moment egal. Die mitgereisten Anhänger des Traditionsclubs waren ob der Leistung ihres Teams aufgebracht und stellten die Mannschaft beim Gang in die Kurve wütend zur Rede.

Hecking: "Gerade eine schwierige Phase"

HSV-Trainer Dieter Hecking stellte sich hingegen vor sein Team. "Diese Mannschaft ist charakterstark, aber sie bringt es im Moment nicht auf den Platz", sagte der Coach dem NDR. "Wir waren offensiv nicht zwingend genug. Wir haben versucht, dem Spiel ein Wende zu geben. Auch in Unterzahl, aber wir hatten nicht den Punch, den man dann braucht. Es ist gerade eine schwierige Phase."

Kittel auf der Bank, Ewerton verletzt raus

Hecking überraschte in Aue mit der Startaufstellung. Er setzte mit Sonny Kittel (elf Treffer) den torgefährlichsten Akteur auf die Bank, für ihn spielte Khaled Narey, und brachte Ewerton für den schwächelnden Rick van Drongelen in der Innenverteidigung. Erst der vierte Einsatz für den lange verletzten Brasilianer, der nach 23 Minuten auch schon wieder beendet war: Ewerton hielt sich das linke Knie und musste raus, van Drongelen durfte doch wieder ran.

Testroet trifft für Erzgebirge Aue

24.Spieltag, 29.02.2020 13:00 Uhr

Erzgeb. Aue

3

Hamburger SV

0

Tore:

  • 1:0 Testroet (39.)
  • 2:0 Hochscheidt (74.)
  • 3:0 Hochscheidt (88.)

Erzgeb. Aue: Männel - Mihojevic, Gonther, Rasmussen - Baumgart (46. J.-P. Strauß), Fandrich, Riese, Rizzuto - Nazarov (76. Krüger) - Hochscheidt, Testroet (84. Daferner)
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Beyer, Letschert (73. Pohjanpalo), Ewerton (23. van Drongelen), Leibold - Schaub (64. Fein), G. Jung, Hunt - Narey, Hinterseer, Jatta
Zuschauer: 15100

Weitere Daten zum Spiel

Das war aber nicht das größte Problem des HSV in der ersten Hälfte. Vielmehr verstand es die Hecking-Elf einmal mehr nicht, aus ihrer Feldüberlegenheit Kapital zu schlagen. Aue agierte da zielstrebiger. Jan Hochscheidt (7.) und Tom Baumgart (28.) per Hacke scheiterten knapp. In der 39. Minute war es aber soweit. Nach einem abgeblockten Freistoß nahm Baumgart Maß, während der HSV viel zu behäbig rausrückte und vor allem Pascal Testroet nicht im Blick hatte. Der Ball landete genau in den Füßen des Angreifers, der alleine vor HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes leichtes Spiel hatte - 1:0 für Aue.

Und die Hamburger? Die hätten in der Nachspielzeit mit ihrer ersten Torchance noch zum Ausgleich kommen müssen. Doch Jordan Beyers Kopfball aus zwei Metern Entfernung war zu schwach, Erzgebirge-Torwart Martin Männel war zur Stelle (45.+2).

Jung hebt ab und fliegt vom Platz

Es lief einfach nicht bei den Hanseaten, auch im zweiten Durchgang nicht. Testroets abgefälschter Schuss in der 57. Minute hätte beinahe das 2:0 für Aue gebracht. Wenige Augenblicke später hatte Gideon Jung eine ganz schlechte Idee. Der bereits mit Gelb verwarnte HSV-Profi legte im Strafraum der Gastgeber eine ziemlich tumbe Schwalbe hin. Schiedsrichter Nicolas Winter ahndete diese Unsportlichkeit mit der zweiten Verwarnung und schickte Jung mit Gelb-Rot vom Platz (58.).

Videoassistent greift ein - Hochscheidt trifft doppelt

Nach einem Zusammenprall musste auch noch Timo Letschert verletzt raus. Hecking setzte alles auf eine Karte und brachte für den Verteidiger Angreifer Joel Pohjanpalo (73.). Nur drei Minuten später nutzte Aue die nun noch schlechter organisierte Abwehr des HSV aus und kam durch Hochscheidt zum 2:0 (76.). Allerdings erst nach einem Eingriff des Videoassistenten, der die falsche Abseitsentscheidung des Schiedsrichtergespanns korrigierte.

Ein wirkliches Aufbäumen seitens der Hamburger, geschweige denn zündende Offensiv-Ideen waren danach nicht zu erkennen. Unter dem Strich ein bedenklicher Auftritt des Aufstiegsanwärters, der wiederum durch Hochscheidt kurz vor Schluss noch das 0:3 kassierte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 29.02.2020 | 15:00 Uhr

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