Eine Eckfahne mit der Raute des Hamburger SV © Witters Foto: Valeria Witters

Corona-Hilfe: HSV erhält offenbar zehn Millionen Euro vom Bund

Stand: 04.09.2021 15:00 Uhr

Fußball-Zweitligist HSV erhält offenbar eine Zehn-Millionen-Euro-Finanzspritze durch die Corona-Überbrückungshilfe des Bundes. Der Club hat nach eigenen Angaben einen Umsatzeinbruch von fast 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.

Einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" zufolge wurde ein entsprechender Antrag des HSV bewilligt. Finanzvorstand Frank Wettstein wollte sich auf Anfrage nicht konkret zu dem Vorgang äußern, bestätigte lediglich auch gegenüber dem NDR, dass "es unsere Aufgabe ist, im Interesse unseres Clubs, Möglichkeiten staatlicher Förderungen zu identifizieren, zu prüfen und auch zu beantragen, wenn diese auf den HSV Anwendung finden können und für unsere Zwecke geeignet sind."

Umsatzeinbruch beim HSV

Vor rund vier Wochen hatte Wettstein auf der Mitgliederversammlung des Hamburger SV berichtet, dass der Umsatz des Zweitligisten in der Corona-Krise von 120 Millionen auf etwas mehr als 50 Millionen Euro eingebrochen sei. Das entspricht etwa einem Rückgang von 60 Prozent. "Wir sind durch die Pandemie noch immer in der größten Krise im Fußball", sagte er und nannte den Umsatzeinbruch "immens".

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Ein Fußball und Geldscheine vor der HSV-Raute (Bildmontage) © fotolia.com, imago Foto: cornelius, Joachim Wendler

HSV: Umsatzeinbruch in Höhe von 60 Millionen Euro

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Voraussetzung für die Überbrückungshilfe des Bundes für Unternehmen, die nicht zurückgezahlt werden muss, ist eine Umsatz-Reduktion von mindestens 30 Prozent gegenüber des Vorjahres. Für das ebenfalls vom Staat aufgelegte und mit über 200 Millionen Euro gefüllte Programm "Corona-Hilfe Profisport" ist der HSV nicht antragsberechtigt. Hier hatte der Bund die 36 Clubs der Bundesliga und zweiten Bundesligta explizit ausgenommen.

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Der HSV erhält offenbar einen Millionen-Betrag aus der Corona-Überbrückungshilfe des Bundes. Das richtige Signal?

Die HSV-Zahlen für das Ende Juni abgelaufene Geschäftsjahr werden im November oder Dezember erwartet. Wettstein hatte einen "deutlichen Fehlbetrag" angekündigt. "Prinzipiell sind wir bislang passabel durch die Corona-Pandemie gekommen", hatte der HSV-Finanzvorstand im NDR Interview Mitte Juni gesagt. "Wir sind und bleiben handlungsfähig."

Fehlende Zuschauer-Einnahmen treffen HSV hart

Fakt ist, dass der Traditionsclub von der Elbe vor allem beim Thema Zuschauereinnahmen härter von der Corona-Krise getroffen wird, als die meisten anderen Zweitligisten. Die "Geisterspiele" in der vergangenen Saison haben den HSV, der in der Zweitligaspielzeit vor Pandemie-Beginn im Schnitt gut 48.000 Zuschauer im Volksparkstadion begrüßen konnte, Millionen-Einnahmen gekostet.

Aktuell können die Hamburger 17.950 Fans zu ihren Heimspielen im 57.000 Zuschauer fassenden Volksparkstadion empfangen. Nach "Abendblatt"-Informationen nimmt der Club so lediglich rund 200.000 Euro statt der 1,5 Millionen Euro bei einem "normal" ausverkauften Stadion ein.

Durch den Verkauf des Stadion-Grundstücks an die Stadt Hamburg kassiert der Club zudem eine Finanzspritze von 23,5 Millionen Euro. Allerdings soll der HSV das Geld für die Renovierung der Arena im Hinblick auf Europameisterschaft 2024 in Deutschland nutzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 04.09.2021 | 16:30 Uhr

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