Hamburgs Tim Leibold (r.) im Zweikampf mit Düsseldorfs Khaled Narey. © picture alliance

Rassismus gegen Narey: HSV reagiert auf Vorwürfe

Stand: 17.10.2021 16:05 Uhr

Bei der Zweitliga-Partie zwischen dem Hamburger SV und Fortuna Düsseldorf am Samstagabend (1:1) haben HSV-Anhänger offenbar Khaled Narey, aber auch eigene Profis rassistisch beleidigt und von den Rängen mit Bierbechern beworfen. Der HSV sprach von "inakzeptablen Vorkommnissen".

Der 27-jährige Narey, der im Sommer vom HSV zur Fortuna gewechselt war und vor der Partie gegen Düsseldorf offiziell im Volksparkstadion verabschiedet wurde, schrieb auf Instagram: "Vielen Dank an alle HSV Fans, die mich gestern warm willkommen geheißen haben. Aber allen 'Fans', die mich während des Spiels rassistisch beleidigt und mit Bier beworfen haben wünsche ich vom Herzen eine gute Besserung!" Auch gegen HSV-Spieler Bakery Jatta sollen Beleidigungen gerufen worden sein. Das bestätigten HSV-Zuschauer und schilderten ihre Erfahrungen zum Teil ebenfalls in sozialen Netzwerken.

HSV "enttäuscht und wütend"

Der HSV reagierte am Sonntag. "So sehr wir uns über die Rückkehr vieler Fans und die tolle Atmosphäre im Volksparkstadion gefreut haben, so enttäuscht und wütend machen uns solche inakzeptablen Vorkommnisse", schrieb der HSV via Twitter. "Der HSV steht für Vielfalt. Rassismus hat sowohl im Volksparkstadion, aber auch in unserer Gesellschaft keinen Platz. Nicht nur verbale Entgleisungen, sondern auch die Würfe von Gegenständen in Richtung handelnder Akteure akzeptieren wir nicht." Der Verein will "alles uns Mögliche unternehmen, um die Vorfälle aufzuklären und zu ahnden".

Wurfgeschoss trifft Schiedsrichter-Assistenten

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel äußerte sich am Sonntagmorgen zu den Becherwürfen auf Narey. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nichts von den Rassismus-Vorwürfen. "Khaled hat sich hier immer korrekt verhalten, der hat hier Gas gegeben. Ich kann das nicht nachvollziehen."

Im mit knapp 40.000 Zuschauern gut gefüllten Stadion hatte es mehrere Durchsagen gegeben, das Werfen von Gegenständen zu unterlassen - auch, weil ein Wurfgeschoss Schiedsrichter-Assistent Richard Hempel am Kopf traf. Verletzt wurde niemand.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 17.10.2021 | 22:50 Uhr

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