Stand: 03.12.2019 11:34 Uhr

FC St. Pauli: Luhukay sitzt fest im Sattel

Trainer Jos Luhukay darf trotz der jüngsten Pleitenserie beim FC St. Pauli weitermachen.

Als Jos Luhukay im April seinen Trainerposten beim FC St. Pauli antrat, war der Fußball-Zweitligist Tabellensechster. Seitdem stand er in 21 Partien als Verantwortlicher an der Seitenlinie, gewonnen haben die Hamburger davon lediglich vier. Aktuell sind die Kiezkicker seit acht Pflichtspielen ohne Sieg und auf den 15. Tabellenplatz (punktgleich mit dem Relegationsrang) abgestürzt - branchenüblich wird angesichts einer solchen Bilanz die Trainerfrage gestellt. Nicht so beim FC St. Pauli: "Ich habe ein großes Vertrauen in die fachliche Kompetenz von Jos Luhukay, die ich hier sehe und die er bei anderen Vereinen und in anderen Situationen schon deutlich nachgewiesen hat", sagte Sportchef Andreas Bornemann dem "Hamburger Abendblatt".

Luhukay auch in Regensburg auf der Bank

Der 56 Jahre alte Niederländer soll bei den Braun-Weißen die Zeit und die Möglichkeit bekommen, "in einer personellen Konstellation mit mehr Alternativen das spielen zu lassen, was er sich vorstellt", ergänzte Bornemann. Er verspüre "die Sehnsucht danach, über einen längeren Zeitraum einer Idee zu folgen. Dazu gehört eben auch ein Trainer." In der "Hamburger Morgenpost" formulierte der 48-Jährige es noch deutlicher: "Ich bin kein Freund davon, den Trainer zu tauschen und zu glauben, dass danach die Köpfe frei sind und dann Fußball vom anderen Stern gespielt wird." Folglich wird Luhukay also auch am Sonntag (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) beim Auswärtsspiel in Regensburg auf der Trainerbank sitzen.

Bornemann: Mit komplettem Kader "konkurrenzfähig"

Als Hauptgrund für die sportlichen Absturz hat Bornemann die Verletzungsmisere ausgemacht. "Wenn dieser Faktor ein normales Maß hat, sind wir in dieser Liga absolut konkurrenzfähig." In der Tat fehlten beim jüngsten deprimierenden 0:1 gegen Hannover 15 Profis. Diejenigen, die auf dem Platz standen, leisteten gegen 96 vor allem im zweiten Durchgang einen spielerischen Offenbarungseid. Wozu allerdings auch der Trainer mit diskussionswürdigen Personalentscheidungen beitrug: Mit der Herausnahme des schnellen Viktor Gyökeres lähmte er die ohnehin wenig dynamische Offensive. Finn Ole Becker, der dem Match mit seiner Spielstärke noch eine Wende hätte geben können, kam viel zu spät (81. Minute).

Im Winter soll nachgerüstet werden

Immerhin kehren in diesen Tagen einige der verletzten Spieler ins Mannschaftstraining zurück.

So konnten Leo Östigard, Florian Carstens, Christopher Buchtmann und Rico Benatelli wieder Teile der Übungseinheiten mitmachen. Daniel Buballa und Johannes Flum könnten auch vor Weihnachten wieder zum Einsatz kommen. Bornemann sieht für den Winter dennoch Handlungsbedarf. "Wir sind gerade auf ein, zwei Positionen ein bisschen dünn unterwegs." So kann derzeit der verletzte linke Außenverteidiger Buballa nicht adäquat ersetzt werden. Zudem fehlt ein schneller Flügelstürmer, weil Ryo Miyaichi seit Wochen schwächelt. Mats Möller Daehli und Waldemar Sobota, die häufig außen zum Einsatz kamen, sind im Zentrum effektiver. An den finanziellen Mitteln dürfte eine Nachjustierung des St.-Pauli-Kaders nicht scheitern, vergangene Woche vermeldete der Club einen Rekordumsatz und zum achten Mal in Folge schwarze Zahlen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.12.2019 | 19:30 Uhr