Stand: 02.08.2019 23:16 Uhr

Bittere Heimpleite für St. Pauli gegen Fürth

von Florian Neuhauss, NDR.de
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Die Defensive um Marvin Knoll präsentierte sich gegen Fürth schwach.

Wer eine weitere Standpauke des Cheftrainers erwartet hatte, sah sich getäuscht. In aller Ruhe analysierte Jos Luhukay kurz nach dem Schlusspfiff am Freitagabend die 1:3 (1:2)-Niederlage seines FC St. Pauli im ersten Heimspiel der Saison. "Greuther Fürth war effektiver als wir, das hat heute den Unterschied gemacht", sagte der Niederländer am NDR Mikrofon und zeigte sich grundsätzlich mit dem Auftritt seiner Spieler zufrieden: "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen." Zu allem Überfluss droht auch noch ein längerer Ausfall von Christopher Avevor. Der Abwehrchef musste verletzt ausgewechselt werden und kam zur genaueren Untersuchung der linken Wade ins Krankenhaus.

Luhukay hatte vor dem Saisonstart eine Brandrede gehalten - und den Club auf einen "hammerschweren Weg" eingestimmt. Ein Punkt aus zwei Partien bestätigt den Coach. Und eigentlich gab es erneut Grund genug zur Kritik: Besonders die Art und Weise, wie seine Mannschaft die Gegentore kassiert hatte, sollte bedenklich stimmen. Der 56-Jährige hat allerdings genug Erfahrung, um zu wissen, dass er nach seinem Rundumschlag auch mal leisere Töne anstimmen muss.

Drei Tore und ein Videobeweis in Hälfte eins

Die St. Paulianer legten einen beherzten Start hin. Dimitrios Diamantakos kam schon nach zwei Minuten zum Abschluss, den Torhüter Sascha Burchert stark parierte. Danach kam von den Gastgebern aber nur noch wenig, und die Fürther deckten ihre Defensivschwächen schnell auf. Den Kopfball von Daniel Keita-Ruel konnte Robin Himmelmann noch aus dem Winkel fischen (14.).

2.Spieltag, 02.08.2019 20:30 Uhr

FC St. Pauli

1

Greuther Fürth

3

Tore:

  • 0:1 Keita-Ruel (17.)
  • 0:2 Keita-Ruel (35.)
  • 1:2 Diamantakos (45.)
  • 1:3 Green (69.)

FC St. Pauli: Himmelmann - Bednarczyk (68. Gyökeres), Avevor (20. Hornschuh), Knoll, Buballa - N. Hoffmann, Kalla - Miyaichi, Möller Daehli, C. Conteh (77. Buchtmann) - Diamantakos
Greuther Fürth: Burchert - Sauer, M. Caligiuri, Mavraj, Max. Wittek - Seguin - Green, T. Mohr (90.+1 H. Nielsen), Ernst (80. Jaeckel) - Stefaniak (69. Redondo), Keita-Ruel
Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Der zweite Fürther Angriff traf die Kiezkicker ins Mark. Während Avevor nach einer unglücklichen Aktion verletzt am Boden lag, spielten die Franken zielstrebig nach vorn. Tobias Mohr legte vor dem Tor quer, Keita-Ruel war schneller als Jan-Philipp Kalla und schoss zur Führung ein (17.). Der Abschluss von St. Paulis Niklas Hoffmann war nur eine Randnotiz (24.). Fünf Minuten später lag der Ball nämlich schon wieder im Tor der Gastgeber. Keita-Ruel hatte einen langen Ball mit dem Kopf auf Mohr verlängert, dessen Querpass schob Sebastian Ernst über die Linie. Dem Treffer wurde allerdings nach Videobeweis die Anerkennung verwehrt - Keita-Ruel stand im Abseits.

Als die Stadionregie noch mit der Technik kämpfte, auf der Anzeigetafel stand weiter 0:2, erzielten die Fürther den nächsten Treffer - und der zählte. Marvin Stefaniak, Neuzugang aus Wolfsburg, war bei seiner Flanke von der rechten Seite genauso ungestört wie Keita-Ruel beim Kopfball (35.). Es sah düster aus für die Hamburger, doch die zeigten sich unbeeindruckt. Bei Bednarczyks verdecktem Schuss hatte Burchert Glück, der Ball prallte dem Schlussmann an die Brust (43.). Kurz darauf war er machtlos: Ryo Miyaichi flankte butterweich, und Diamantakos erzielte per Flugkopfball den Anschlusstreffer (45.).

Kiezkicker lassen Ausgleichschancen liegen

Die Fürther überließen St. Pauli in Hälfte zwei das Spiel - und die Hamburger wussten, etwas mit dem Ballbesitz anzufangen. Ein Freistoß von Marvin Knoll wurde an die Latte gelenkt (47.), Bednarczyk scheiterte nach feiner Einzelleistung an Burchert (53.) und auch Miyaichi bekam den Ball nach hübscher Hackenvorlage von Diamantakos nicht am Fürther Torhüter vorbei (59.). Die Kiezkicker hatten nun ein klares Chancenplus, die Fürther blieben aber effektiver: Ausgerechnet der Ex-HSVer Julian Green traf per Distanzschuss zum 3:1 für Fürth (69.). Damit war den Kiezkickern der Zahn gezogen und das Spiel aus ihrer Sicht verloren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 02.08.2019 | 22:40 Uhr