Stand: 26.08.2020 21:56 Uhr

Wolfsburg wie Bayern? VfL-Frauen greifen nach Triple

Sie stieß das Tor zum siebten Fußball-Himmel auf, doch bei der Kabinenparty im Estadio Anoeta fehlte ausgerechnet die Frau des Abends: Siegtorschützin Fridolina Rolfö musste nach dem hart erkämpften Einzug der Triple-Jägerinnen vom VfL Wolfsburg ins Champions-League-Finale zur Dopingkontrolle. Ausgiebig geherzt und gefeiert worden war die Schwedin aber schon direkt nach dem 1:0 (0:0)-Halbfinalsieg über den FC Barcelona in San Sebastian. "Ich bin sehr froh, dass wir das geschafft haben", sagte die Angreiferin lächelnd, "es war kein einfaches Spiel."

Trainer Lerch: "Wir freuen uns tierisch"

Die Erleichterung stand auf Wolfsburger Seite allen ins Gesicht geschrieben. "Wir sind überglücklich und freuen uns tierisch, dass wir noch mal die Chance bekommen, um den Pott zu spielen", sagte der im nächsten Jahr scheidende VfL-Coach Stephan Lerch. Nun soll am Sonntag (20 Uhr, im Livecenter) eine Woche nach dem Triumph der Bayern-Männer in Lissabon wie vor sieben Jahren das deutsche "Triple-Double" her.

Allerdings gibt es im Finale ein Wiedersehen mit Angstgegner Olympique Lyon. Das Team um Dzsenifer Maroszan setzte sich im umkämpften französischen Duell gegen Paris St. Germain am Mittwochabend mit 1:0 (0:0) durch. Der Rekordsieger gewann den Wettbewerb zuletzt viermal in Serie. Und in jeder dieser Spielzeiten ließ das internationale Star-Ensemble die Titelträume der Wolfsburgerinnen zerplatzen. 2016 und 2018 jeweils im Endspiel, 2017 wie im vergangenen Jahr schon im Viertelfinale.

Fünftes Finale - dritter Titel?

Der deutsche Meister und Pokalsieger steht zum fünften Mal im Endspiel um Europas Fußball-Krone. Eine umso imposantere Leistung, wenn man bedenkt, dass das VfL-Debüt in der Königsklasse erst acht Jahre her ist. In der Saison 2012/13 holte das Team um die frühere Weltfußballerin Nadine Keßler sensationell gleich den Henkelpokal. Ein Jahr später verteidigte das Team den Titel.

Schludrig in Defensive und im Angriff

Vor dem großen Showdown um die begehrte Trophäe standen für das Team um Star-Spielerin Pernille Harder zunächst Regeneration und Ablenkung auf dem Programm, Lerch aber wird viel Zeit am Laptop verbringen. "Dieses Spiel gibt eine Menge her", kündigte der 36-Jährige für die Analyse an. Gerade das Defensiv-Verhalten, aber auch das teils schludrige Offensivspiel ließ zu wünschen übrig. Mehr und hochkarätigere Chancen erspielte sich der Vorjahresfinalist und spanische Meister aus Katalonien. Das Tor aber fiel dank Rolfös Abstauber (58.) für Wolfsburg.

Elfmeter verweigert - Barca-Trainer hadert

Dass sein Gegenüber, Barca-Trainer Lluis Cortes, derweil mit dem fehlenden Video-Assistenten haderte, juckte Lerch an diesem Abend wenig. Ein Handspiel von VfL-Verteidigerin Kathrin Hendrich im Strafraum (13.) blieb ungeahndet. Der VAR kommt beim Frauen-Finalturnier erst im Endspiel zum Einsatz. "Den VAR kann man doch benutzen, er ist jedes Wochenende im Einsatz", monierte Cortes. Auch Hendrich musste zugeben: "Es gehört auch Glück dazu, dass die Schiedsrichterin da nicht auf den Punkt zeigt."

Und dann war da eben dieser Schuss ins Glück von Rolfö, die nach einem versuchten Fallrückzieher von Ewa Pajor blitzschnell reagierte. Die Angreiferin beglich eine offene Rechnung: Mit dem FC Bayern war sie vergangenes Jahr im Halbfinale gegen den FC Barcelona ausgeschieden.

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Fridolina Rolfö, Ingrid Syrstad Engen und Pernille Harder (v.l.) jubeln. © picture alliance/ZUMA Press Foto: Daniela Porcelli

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Sport aktuell | 26.08.2020 | 09:25 Uhr

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