Stand: 23.05.2020 06:27 Uhr

Werder Bremen: Kohfeldt in der Schusslinie

Florian Kohfeldt ist seit November 2017 Trainer der Werder-Profis.

Eine Trainerdiskussion will Frank Baumann bei Werder Bremen weiterhin nicht führen. Auf der Pressekonferenz zum heutigen Auswärtsspiel (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) beim SC Freiburg sah sich der Sport-Geschäftsführer des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten erneut mit Fragen nach personellen Konsequenzen konfrontiert und wiederholte sein Treuebekenntnis zu Florian Kohfeldt: "Mit ihm ist die Wahrscheinlichkeit am größten, die Klasse zu halten."

Kohfeldt: "Nach wie vor der Beste auf dieser Position"

Kohfeldt selbst wehrt sich gegen die deutliche Kritik, die vor allem ehemalige Werder-Stars an ihm geübt hatten.

"Ich bin nach wie vor der Beste auf dieser Position", sagte der 37-Jährige. Die harten Worte gegen ihn tun ihm jedoch "sehr weh". "Uns jetzt vorzuwerfen, dass wir alles laufen lassen, dass kein Feuer da ist, empfinde ich als Frechheit. Aber es fördert bei mir eher eine gewisse Form von Trotz. Und ich werde es trotzdem allen zeigen", sagte Kohfeldt. An Rücktritt habe er jedenfalls bislang noch "nicht gedacht".

Nach dem 1:4 gegen Leverkusen hatten sich jüngst immer mehr frühere Werderaner kritisch zu Wort gemeldet. Ex-Trainer Wolfgang Rolff regte im Internet-Portal "deichstube.de" einen Berater für den Coach an: Wenn Kohfeldt "das große Trainertalent ist", müsse er sich auch "ändern" oder auch "ändern lassen". Mögliche Kandidaten für diesen Job sind für Rolff Marc Kosicke, der auch Liverpool-Trainer Jürgen Klopp berät, oder der langjährige Bremer Coach Thomas Schaaf.

Burdenski: Werder ist beratungsresistent

Das ist für Dieter Burdenski indes keine Lösung: "Was wir alles haben. Einen riesen großen Trainer-­Stab, einen Koch, einen Psychologen, Videoassistenten, einen Motivationstrainer. Auf dem Platz sehe ich keinen Effekt. Was bewegen die alle?", kritisierte der Werder-Rekordspieler im "Weser-Kurier".

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Werder ist in seinen Augen beratungsresistent: "Sie haben ihr Konzept im Kopf und ziehen das gnadenlos bis zum bitteren Ende durch." Das zeige auch der Blick auf die Trainer der letzten Jahre: Viktor Skripnik, Alexander Nouri und jetzt Kohfeldt - alle hätten Werder in einer schwierigen Situation übernommen, gerettet und dann kurzzeitig Erfolg gehabt. "Normalerweise müssten sie jetzt wieder einen Wechsel vornehmen, Marco Grote, der Erfolgstrainer aus dem Leistungszentrum, würde ins Muster passen. Es ist schwer zu verkaufen, dass Kohfeldt der beste Trainer sein soll, wenn man diese Saison sieht."

Bratseth glaubt nicht an die Wende

Auch Ex-Werder-Profi Rune Bratseth glaubt nicht, "dass in dieser Konstellation noch eine Wende möglich sein wird", sagte der 59 Jahre alte Norweger dem "kicker". Bratseth findet es "grundsätzlich" gut, wenn ein Verein lange einen Trainer stützt. "Und ich schätze Florian Kohfeldt nach wie vor sehr, als Menschen wie als Fachmann. Aber: Es kann eben der Punkt kommen, an dem man sagen muss: Es geht leider nicht mehr."

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