VfL Wolfsburg trennt sich von Trainer van Bommel

Stand: 24.10.2021 18:15 Uhr

Der VfL Wolfsburg hat sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Mark van Bommel getrennt. Die Niedersachsen hatten zuletzt acht Pflichtspiele in Folge nicht gewonnen.

Die schnelle Entscheidung der VfL-Verantwortlichen überrascht insofern, als dass am Vortag nach der 0:2-Niederlage gegen den SC Freiburg trotz der Negativserie wenig bis nichts darauf hindeutete. An einer Trainerdiskussion wolle er sich zu diesem Zeitpunkt nicht beteiligen, hatte Sportdirektor Marcel Schäfer noch am Spielfeldrand erklärt und sprach von einer "Herausforderung, der wir uns stellen". Über Nacht reifte dann allerdings die Erkenntnis, dass sich ein anderer dieser Herausforderung stellen wird.

Wie hart van Bommel das traf, war aus der Vereinserklärung deutlich herauszulesen. Er sei "überrascht und enttäuscht" von der Entscheidung, sagte der 44-Jährige, der den Club erst im Sommer als Nachfolger von Oliver Glasner (wechselte zu Eintracht Frankfurt) übernommen hatte: "Weil ich überzeugt davon bin, dass wir es gemeinsam geschafft hätten, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Ich wünsche der Mannschaft, dass sie es schnell schafft, das Ruder wieder herumzureißen."

VIDEO: Darum musste Mark van Bommel beim VfL Wolfsburg gehen (3 Min)

Bester Saisonstart längst verblasst

Unstrittig ist aber, dass die dürftigen Leistungen der Norddeutschen den Ansprüchen nicht genügten. Kaum eine Spielidee, kaum ein Offensivkonzept, vorne weniger Chancen, hinten ungewohnt unsicher - es lief nicht, und die Unzufriedenheit wuchs.

Van Bommel hatte sich mit seinem Wechselfehler im DFB-Pokal, der zum peinlichen Erstrunden-Aus am grünen Tisch gegen Preußen Münster führte, denkbar schlecht eingeführt. Dann bekam der VfL die Kurve mit dem besten Saisonstart der Vereinshistorie - nur, um anschließend in eine schwarze Serie von acht Spielen ohne Sieg zu rutschen. Diese kostete van Bommel am Sonntag den Job: allen Treueschwüren zum Trotz nach gerade einmal 115 Tagen im Amt. So schnell war in Wolfsburg noch nie ein Trainer wieder weg.

Kurios: Vor neun Jahren - am 25. Oktober 2012 - bedeutete ebenfalls eine 0:2-Niederlage gegen den SC Freiburg für einen VfL-Trainer das Aus. Felix Magath musste wie van Bommel jetzt nach vier Bundesligapleiten in Folge gehen. Während sich seitdem acht Trainer in Wolfsburg die Klinke in die Hand gaben, heißt bei den Breisgauern der Coach wie damals immer noch Christian Streich.

Schmadtke: "Mehr trennende als verbindende Faktoren"

"Es gab unter dem Strich mehr trennende als verbindende Faktoren. Die Überzeugung, in dieser Konstellation aus der sportlich schwierigen Situation herauszukommen und schnellstmöglich die Kehrtwende herbeizuführen, hat gefehlt und uns zu dem Entschluss kommen lassen, die Zusammenarbeit zu beenden", so VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Wie das Wolfsburger Trainerteam für die kommenden Partien aussieht, steht noch nicht fest. Informationen darüber sollten "zeitnah" erfolgen, teilte der Verein mit.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 24.10.2021 | 22:50 Uhr

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