Stand: 23.02.2020 19:48 Uhr

4:0 - Wolfsburg hält Mainz zum Narren

von Ines Bellinger, NDR.de
Start in einen erfolgreichen Abend: Josip Brekalo (M.) bejubelt sein Tor zum 1:0.

Wolfsburg hellwach, Mainz im Karnevals-Modus: Einen Tag vor Rosenmontag hat der VfL Wolfsburg dem abstiegsbedrohten 1. FSV Mainz 05 die Feierlaune gründlich verdorben. Die Niedersachsen gewannen ihr Heimspiel gegen die in Karnevalstrikots aufgelaufenenen Rheinhessen am Sonntagabend mit 4:0 (2:0). Während Wolfsburg in der Bundesliga-Tabelle auf Platz sieben klettert und damit Anschluss an die Europapokalplätze hält, muss sich Mainz spätestens nach Aschermittwoch sehr ernsthaft mit dem Thema Klassenverbleib beschäftigen. Die Mannschaft vom Trainer Achim Beierlorzer hat als Tabellen-15. nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Brekalo und Steffen treffen

Trainer Oliver Glasner hatte mit Blick auf seinen durch Verletzungen und Sperren gerupften Kader vor dem Spiel Bedenken, ob die vielen Umstellungen vor allem seine Defensive aus der Balance bringen könnten. Doch die Sorge erwies sich als unbegründet. Der VfL beschäftigte die meiste Zeit die Mainzer in deren Hälfte, sodass die eigene Abwehr vor der Pause nie in Verlegenheit kam. Die Rheinhessen, die zuletzt gegen Schalke (0:0) und bei Hertha BSC (3:1) gepunktet hatten, kamen auf deutlich weniger Ballbesitz und hatten zumeist auch in den Zweikämpfen das Nachsehen.

23.Spieltag, 23.02.2020 18:00 Uhr

VfL Wolfsburg

4

1. FSV Mainz

0

Tore:

  • 1:0 Brekalo (21.)
  • 2:0 Steffen (45.)
  • 3:0 Gerhardt (49.)
  • 4:0 Steffen (68.)

VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Knoche, Brooks, Paulo Otavio - Schlager, Gerhardt - Steffen (71. Victor), Ginczek (74. Mehmedi), Brekalo (82. Karamoko) - Weghorst
1. FSV Mainz: Zentner - Niakhaté, Bruma, Pierre-Gabriel - R. Baku, Barreiro Martins (46. Boetius), Latza, Brosinski (62. Onisiwo) - Öztunali (67. Mateta), Quaison - Szalai
Zuschauer: 21058

Weitere Daten zum Spiel

Erstaunlich vor allem, dass die Wolfsburger nach ihrem Europa-League-Intermezzo gegen Malmö am Donnerstag (2:1) nicht sonderlich müde wirkten und gefällig kombinierten. Das 1:0 entsprang indes keinem gelungenen Spielzug, sondern einer Einzelleistung von Josip Brekalo. Von Wout Weghorst angespielt, narrte der Kroate seinen Gegenspieler zentral am Strafraum mit einem Schwenk nach innen und zog mit seinem schwächeren linken Fuß aus 26 Metern ab (21.). Der Mainzer Torhüter Robin Zentner war zwar mit den Fingerspitzen noch am Ball, stand aber wohl etwas zu weit vor seinem Kasten, um das Gegentor zu verhindern.

In die Kategorie Slapstick fiel das zweite Wolfsburger Tor. Erst stolperte Ronael Pierre-Gabriel beim Versuch, Daniel Ginczek auf dem Flügel zu stoppen. Dann bugsierten Jeffrey Bruma, Zentner und Moussa Niakhaté mit grotesk anmutenden Rettungsversuchen den eigentlich harmlosen Abschluss von Ginczek zum freistehenden Renato Steffen, der den Ball per Kopf nur noch über die Linie drücken musste (45.). Ginczek hätte Sekunden vor dem Pausenpfiff sogar noch auf 3:0 erhöhen können, verzog aus halbrechter Position jedoch knapp (45.+1).

Gerhardt und Steffen legen nach

Drei Chancen, zwei Tore - die Effizienz der Wolfsburger war beeindruckend. Und sie legten sofort nach Wiederanpfiff nach.

Der starke Ginczek ging auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch und legte den Ball mustergültig quer zu Yannick Gerhardt, der nur noch den Fuß hinhalten musste (49.). 3:0 nach nicht einmal 50 Minuten - Wolfsburg konnte früh den Schongang einlegen und für das Rückspiel in Malmö am Donnerstag (18.55 Uhr im Livecenter bei NDR.de) Kräfte sparen. Doch da die Mainzer offenbar nicht einmal gewillt waren, noch Ergebniskosmetik zu betreiben, kam der VfL mit Leichtigkeit zu einer Vielzahl weiterer Torchancen. Bei seinem zweiten Tor zum 4:0 führte Steffen seine Gegenspieler im Strafraum regelrecht vor und vollendete schließlich mit der Pike ins lange Eck (68.). Die einziger Mainzer Möglichkeit zu einem Treffer vergab der eingewechselte Jean-Philippe Mateta. Sein Kopfball landete am Pfosten (74.).

Beim VfL kam der 20 Jahre alte Mamoudou Karamoko noch zu seinem Bundesliga-Debüt. Trainer Glasner zollte seinem Team nach dem Schlusspfiff Respekt, blickte aber bereits nach vorn: "Wir genießen den Abend nach einer sehr, sehr guten Leistung gegen Mainz, aber der Fokus ist auch schon wieder auf Malmö gerichtet", sagte er dem NDR.

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