Stand: 04.10.2017 15:20 Uhr

VfL Osnabrück trennt sich von Enochs

Joe Enochs ist nicht mehr Trainer beim VfL Osnabrück.

Nun hat es Joe Enochs doch erwischt. Allen Bekenntnissen der Clubführung zum Trotz ("Wir sind weit davon entfernt, den Cheftrainer zu entlassen") ist der 46-Jährige bei den Niedersachsen von seinen Aufgaben als Chefcoach freigestellt worden. Das teilten die Niedersachsen am Mittwoch mit. Auch Co-Trainer Wolfgang Schütte wurde beurlaubt. Geschäftsführer Jürgen Wehlend sprach von "einem bitteren Tag" für den Club. Wer Nachfolger des VfL-Urgesteins auf der Trainerbank werden soll, ließen die Clubverantwortlichen offen. Zunächst werde der bisherige Nachwuchschef Daniel Thioune interimsweise das Team übernehmen, hieß es.

Enochs soll dem Club erhalten bleiben

Enochs war seit August 2015 Chefcoach beim VfL. Zuvor trainierte er verschiedene Nachwuchsteams der Niedersachsen. Als aktiver Profi lief der gebürtige US-Amerikaner von 1996 bis 2008 in 376 Partien für Osnabrück auf und ist damit Rekordspieler des Clubs. Nicht nur deshalb soll Enochs dem VfL erhalten bleiben: "Was Joe geleistet hat, ist unglaublich. Wie er behandelt worden ist in den letzten Wochen hat uns betroffen gemacht, aber wir mussten im Sinne des Vereins handeln. Joe wird immer ein Teil des VfL bleiben. Er ist ja beurlaubt und nicht gekündigt", sagte Vizepräsident Uwe Brunn: "Es wäre ein Herzenswunsch, wenn wir ihn wieder in die Vereinsarbeit integrieren können."

Derby-Niederlagen und Absturz auf Rang 19

Die Lila-Weißen zogen mit dem Wechsel auf der Trainerbank die Konsequenz aus der sportlichen Talfahrt des Drittligisten, der nach vier sieglosen Spielen in Serie auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht ist. Zudem verlor der VfL zwei prestigträchtige Derbys - 0:1 in Meppen und jüngst 1:4 in Münster. Vor allem die leblose Leistung in Münster (Wehlend: "Demütigung und beängstigend") beschleunigte die Entscheidung gegen Enochs. "Es gab seit Wochen Diskussionen, seit dem Erfurt-Spiel, weil wir in einer sportlichen Krise stecken. 30 Spiele saisonübergreifend mit 32 Punkten unter dem Strich können wir nicht wegdiskutieren. Ein positiver Trend war nicht erkennbar, damit bist du ein Absteiger", erklärte Wehlend die Entscheidung.

Mannschaft stand hinter dem Trainer

Nach dem 5:0-Erfolg am Dienstagabend im Landespokal bei der SVG Göttingen hatten sich die VfL-Profis noch für Enochs ausgesprochen: "Wir lieben unseren Trainer, heute haben wir alle Gas gegeben, auch für unseren Coach", sagte Jules Reimerink der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nach der Bekanntgabe des Abschieds erklärte Marcos Alvarez am Mittwoch: "Es ist nicht die erste Trainerentlassung für mich, aber diese war besonders emotional. Alle waren heute Morgen geknickt. Wir hatten ein besonderes Verhältnis zum Trainer. Er wusste, wie er mit jedem Einzelnen umgehen musste. Das ist schon etwas Besonderes in dem Geschäft." Der 28-Jährige nahm Enochs in Schutz: "Wir Spieler werden auch nach der Entscheidung nicht von heute auf morgen unsere Meinung ändern: Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Trainerteam die Wende hätten schaffen können."

Weitere Informationen

Die Trainer des VfL Osnabrück

Der Trainerstuhl beim VfL Osnabrück ist ein echter Schleudersitz. Mehr als 50 Übungsleiter saßen seit 1963 auf der Bank der Niedersachsen, einige gleich mehrmals. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 04.10.2017 | 11:25 Uhr

Ergebnisse und Tabelle 3. Liga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Mehr Sport

01:58
NDR//Aktuell

ATP-Finale: Zverev schreibt Tennis-Geschichte

19.11.2018 14:00 Uhr
NDR//Aktuell
01:36
NDR Info

Flensburg vor wegweisendem Spitzenspiel

18.11.2018 18:05 Uhr
NDR Info
01:21
NDR 2