Stand: 11.08.2019 10:38 Uhr

Lübeck glaubt gegen St. Pauli an seine Chance

Vor drei Jahren gewann der FC St. Pauli sein Pokalspiel beim VfB Lübeck.

Wenn der FC St. Pauli heute (15.30 Uhr, im NDR Livecenter) in der ersten Runde des DFB-Pokals beim VfB Lübeck antritt, ist der Fußball-Zweitligist nur auf dem Papier Favorit. Die sportlich und personell angeschlagenen Kiezkicker treffen auf einen Regionalligisten, der nach dem optimalen Saisonstart (drei Spiele, drei Siege) vor Selbstbewusstsein geradezu strotzt. Besonders heiß ist Ex-HSV-Profi Ahmet Arslan: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Ich will immer gewinnen. Wer gegen St. Pauli nicht gewinnen will, hat seinen Beruf verfehlt", erklärte er in der "Bild".

Im NDR Interview ruderte der 25-Jährige dann ein wenig zurück: "Ich habe fast das Gefühl, dass die Leute hier sogar erwarten, dass wir gewinnen. Aber wenn hier jemand ankommt und sagt, St. Pauli ist nur eine kleine Hürde, dann haben wir ein Riesenproblem. Das wäre zu hoch gegriffen."

Lübeck will mutig auftreten

"Kein Versteckspiel" vor dem zwei Klassen höher spielenden Kontrahenten kündigte auch Lübecks Trainer Rolf Landerl an. Der Österreicher, der den VfB schon beim letzten Pokalduell 2016 betreute, will es besser machen als bei der 0:3-Niederlage: "Damals gingen wir früh in Rückstand, standen oft zu weit weg vom Mann, deshalb konnte es kein Pokal-Fight werden. Wir wollen diesmal in der Defensive gut stehen, aber gerade zu Hause auch eigene Offensiv-Akzente setzen", sagte der 43-Jährige der "Hamburger Morgenpost".

St. Paulis Buchtmann will Reaktion zeigen

Ex-VfB-Spieler Landerl ist seit Juli 2016 Lübecker Coach, St. Pauli wechselte seitdem dreimal den Trainer. In Waldemar Sobota, Ryo Miyaichi, Cenk Sahin und Christopher Buchtmann könnten aber vier Akteure, die im August 2016 schon dabei waren, am Sonntag im Stadion Lohmühle wieder zum Einsatz kommen. Letztgenannter war jüngst von Trainer Jos Luhukay stark kritisiert worden.

Dass Buchtmann bislang nur zu einem Kurzeinsatz gekommen ist, so der Niederländer, liege daran, dass der Mittelfeldspieler körperlich einfach nicht für 90 Minuten bereit sei. Außerdem erwarte er mehr Sprints vom 27-Jährigen. "Natürlich ist das nicht schön, wenn man so etwas in der Zeitung über sich liest", räumte Buchtmann im "kicker" ein. Nun, nach auskurierten Adduktorenbeschwerden, sehe er sich aber bereit für einen Einsatz beim Nord-Nachbarn.

Hamburgern droht verpatzter Saisonstart

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Die Kiezkicker stehen bereits unter Zugzwang. Ein Weiterkommen im DFB-Pokal muss gelingen, andernfalls ist der Start in die Pflichtspielsaison gründlich verpatzt. „Wenn man verliert, hat man viel Negativismus, das gilt dann als Blamage. Wenn wir weiterkommen, könnten wir eine gute Woche in Richtung unseres Auswärtsspiels beim VfB Stuttgart absolvieren.", sagte Luhukay am Freitag in der Pressekonferenz.

Der 56-Jährige hat mit seinem Team aus den ersten beiden Zweitligaspielen nur einen Punkt einfahren können, durch ein 1:1 am ersten Spieltag bei Arminia Bielefeld. Am vergangenen Freitagabend gab es zu Hause gegen Greuther Fürth ein 1:3. Zu allem Überfluss hat sich Kapitän und Abwehrchef Christopher Avevor in jenem Spiel das linke Wadenbein gebrochen und das vordere Syndesmoseband gerissen. Für ihn könnte in Lübeck Marc Hornschuh zum Einsatz kommen. Grundsätzlich sucht die sportliche Leitung aufgrund des längeren Ausfalls von Avevor nach einem Innenverteidiger. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der 32 Jahre alte Dominik Schmidt von Zweitliga-Konkurrent Holstein Kiel ein Kandidat sein.

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Sportclub | 11.08.2019 | 22:45 Uhr