Stand: 26.07.2020 09:41 Uhr

DFB-Pokal mal anders: Mehr als 20 namenlose Lose

Bayern München gegen - "Platzhalter", Werder Bremen gegen - "Platzhalter": Wenn heute Abend in der ARD-Sportschau die Trommel mit den 64 Losen für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal in den Fokus rückt, beginnt eine ungewöhnliche Zeremonie in der Geschichte dieses Wettbewerbs.

Weil die Pokalwettbewerbe in den allermeisten Landesverbänden wegen der Corona-Pause noch nicht zu Ende gebracht werden konnten, werden DFB-Präsident Fritz Keller und die stellvertretende DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich ab 18.30 Uhr mehr als 20 Loskugeln mit Platzhaltern öffnen. Diese werden erst am 22. August mit Leben gefüllt, wenn am "Finaltag der Amateure" die Landespokal-Endspiele abgepfiffen wurden.

Schleswig-Holstein hat zwei Finalisten

Die Landesverbände stehen nun vor mehr oder weniger großen Problemen, ihren Pokalwettbewerb fortzuführen, auch die norddeutschen. Während in Schleswig-Holstein zwischen demVfB Lübeck und dem SV Todesfelde nur noch das Finale ausgetragen werden muss, stehen in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg sogar noch die Viertelfinals aus.

Hamburg erteilt Sondergenehmigung

Die Stadt Hamburg hat erst am Freitag eine Ausnahmegenehmigung für die Austragung der Pokalspiele 2019/2020 erteilt.

Problem: In Eintracht Norderstedt, dem SV Halstenbek-Rellingen und der SG Rugenbergen gehören drei Viertelfinalisten zwar zum Hamburger Fußballverband (HFV), ihre Spielstätten liegen aber in Schleswig-Holstein, wo die Sonderregelung nicht gilt. "Wir würden uns freuen, wenn sich auch die Kreise Bad Segeberg und Pinneberg dieser Ausnahmegenehmigung zeitnah anschließen können", sagte HFV-Präsident Dirk Fischer. Sollte das nicht passieren, müssten die Clubs für Training und Pokalpartien wohl nach Hamburg umziehen.

Niedersachsen: Braunschweig zieht zurück

Einen Sonderfall gibt es auch in Niedersachsen. Dort werden gleich zwei Starter für den DFB-Pokal ausgespielt: einer unter den Amateurclubs, wo der Wettbewerb mit den Halbfinals weitergeht, und einer zwischen den Drittligisten und Regionalliga-Teams. Aus letzterem Wettbewerb hat sich Eintracht Braunschweig inzwischen zurückgezogen, weil es als Zweitliga-Aufsteiger automatisch für die erste Hauptrunde qualifiziert ist. Halbfinalgegner TSV Havelse zog kampflos ins Endspiel ein. Der Gegner wird in der Partie zwischen dem VfB Oldenburg und BSV Rehden ermittelt. Während die "Löwen" ihren Rückzug als Zeichen der Fairness gegenüber den Konkurrenten auslegten, kündigte der Niedersächsische Verband eine Strafe an: "Natürlich wird die Absage auch sportrechtliche Konsequenzen haben", sagte Präsident Günter Distelrath. Es soll um etwa tausend Euro gehen.

Amateure müssen geeignetes Stadion vorweisen

Das Kuddelmuddel im Vorfeld der ersten Runde hätte der DFB mit einer Auslosung nach den Landespokal-Endspielen umgehen können, zumal die erste Hauptrunde erst zwischen dem 11. und 14. September gespielt wird. Nach Verbandsangaben soll mit dem frühen Lostermin jedoch Planungssicherheit ermöglicht werden. Bis Mitte August müssen alle Amateurvereine, die als Teilnehmer der ersten Runde infrage kommen, eine geeignete Heimspielstätte festlegen und ein mit den zuständigen Behörden abgestimmtes Hygienekonzept vorstellen.

Wer auch immer von den "Kleinen" am Sonntag sportlich das große Los ziehen wird: Jubel darüber wird erst mit Verspätung einsetzen können. Die Erstrunden-Auslosung dürfte in diesem Jahr eine charmefreie Angelegenheit werden.

Weitere Informationen

Eintracht Braunschweig verzichtet auf Pokal-Halbfinale

Eintracht Braunschweig wird nicht im Halbfinale des Landespokals antreten. Die "Löwen" verzichten, da sie als Zweitliga-Aufsteiger bereits für den DFB-Pokal qualifiziert sind. mehr

Link

SV Todesfelde würde "Heimrecht mit dem FC Bayern tauschen"

Am Sonntag wird die erste Runde im DFB-Pokal ausgelost. Der schleswig-holsteinische Landespokalfinalist SV Todesfelde wüsste schon, was beim Los FC Bayern passieren würde: "Dann tauschen wir das Heimrecht." extern

20 Bilder

Von Altona bis Flensburg: Pokalcoups im Norden

Es ist der Traum eines jeden Außenseiters: Im DFB-Pokal einem Favoriten ein Bein zu stellen. So manchem unterklassigen Nordclub ist so ein Coup schon gelungen - ein Überblick. Bildergalerie

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 25.07.2020 | 12:25 Uhr

Mehr Sport

02:00
Hamburg Journal