Stand: 29.03.2019 13:55 Uhr

Trennung von Doll? Das sagt 96-Boss Kind

Hannover-96-Fußballboss Martin Kind hält eine zeitnahe Trennung von Trainer Thomas Doll offenbar schon aus finanziellen Gründen für sehr bedenklich. "Diese Saison ist für uns wirtschaftlich genauso desaströs wie sportlich. Und wir haben schon eine Entscheidung getroffen, André Breitenreiter. Das sind im Hinblick auf die finanziellen Fragestellungen massive Entscheidungen, denn sie erhöhen den Verlust, den wir sowieso schon haben", sagte der 74-Jährige dem NDR Sportclub vor dem Bundesliga-Spiel am Sonntag gegen Schalke 04 (15.30 Uhr im Livecenter bei NDR.de): "Jede weitere Entscheidung bedeutet eben auch, dass es A) den Verlust erhöht, aber B) brauchen wir auch Antworten, wer es machen soll."

Martin Kind

Kind: "Müssen vernünftig und realistisch sein"

Hannover-96-Fußballboss Martin Kind über die Partie am Sonntag gegen Schalke, mögliche Folgen und die Zukunft des Fußball-Bundesligisten.

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Glaube an den Klassenerhalt schwindet

Auf der Mitgliederversammlung hatte Kind zuletzt 18 Millionen Euro Verlust für die laufende Spielzeit verkündet und für den Fall des Abstiegs noch einmal 17 Millionen Euro Minus für die kommende Saison prognostiziert. Aktuell müssten diese Fragen deshalb "sehr verantwortungsbewusst" behandelt werden, betonte der 74-Jährige, der sich aber wohl perspektivisch personelle Veränderungen vorstellen kann. "Wenn Planungsklarheit besteht, ist eine umfassende und ehrliche Analyse zwingend notwendig. Und auf dieser Basis kann man dann wenn möglich abgestimmt Entscheidungen treffen", sagte der Unternehmer, dessen Glaube an den Klassenerhalt offensichtlich schwindet: "Fußball ist manchmal eine Wundertüte. Aber auf der anderen Seite müssen wir vernünftig und realistisch sein."

"Auch Doll wird sich Gedanken machen"

Wäre Doll der richtige Mann für den Neubeginn? Kind hält sich bedeckt, baut vielleicht sogar auf die Initiative des Trainers. "Ich weiß nicht, wie seine eigene Einschätzung ist. Ich weiß auch nicht, mit welchen Hoffnungen und Erwartungen er nach Hannover gekommen ist. Auch er wird sich seine Gedanken im Hinblick auf diese Entwicklung machen. Wir werden sehr offen und konstruktiv darüber sprechen." Coach Doll, der Ende Januar als Nachfolger von Breitenreiter und "Retter" zu den "Roten" gekommen war, besitzt einen Vertrag bis 2020, der auch für die Zweite Liga gilt.

Mit Heldt "ganz offen sprechen"

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Kind hatte den Trainer zuletzt ebenso harsch kritisiert wie Horst Heldt. Auch im Hinblick auf die Zukunft des Managers signalisierte der 96-Geschäftsführer Gesprächsbereitschaft und scheint anders als in der Vergangenheit Veränderungen anzupeilen: "Er hat einen Vertrag bis 2021. Er hatte ja schon zweimal den Gedanken, Hannover zu verlassen, auch hier wird man ganz offen mit ihm sprechen." Zuletzt hatte Kind in beiden Fällen vehement auf die Vertragserfüllung des 49-Jährigen gepocht.

Hannover 96 belegt in der Tabelle aktuell den vorletzten Platz, neun Punkte trennen die Niedersachsen vom rettenden Ufer. In sieben Bundesliga-Partien gelang Doll nur ein Sieg.

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Sportclub | 07.04.2019 | 23:35 Uhr