Stand: 05.08.2020 20:34 Uhr

Trainingsauftakt beim HSV: Viel Bock aufs Grün

Lautstark, gestenreich und mit akkurat bis zu den Knien hochgezogenen weißen Stutzen hat Daniel Thioune am Mittwoch sein erstes Training mit den Fußballern des Hamburger SV geleitet. Nach einer kurzen Ansprache zur Begrüßung und dem Warmmachen verordnete der neue Trainer den Zweitliga-Profis zum Auftakt am Volkspark eine lockere Technikeinheit und Spielformen. Bereits am Montag hatte sich das Team zu ersten Leistungsüberprüfungen zusammengefunden. Die zwei vorgeschriebenen Testreihen auf das Coronavirus sind nach Clubangaben komplett negativ ausgefallen. Zuschauer waren wegen der Pandemie zum ersten Training nicht zugelassen, jedoch übertrug der HSV den Saisonstart bei hochsommerlichen Temperaturen live über seine Social-Media-Kanäle.

Thioune verlängert gleich die erste Einheit

"Eigentlich sollte es ein lockerer Aufgalopp werden, aber ich habe gesehen, dass die Jungs Bock hatten, wieder auf dem Grün zu stehen", sagte Thioune dem clubeigenen TV-Kanal nach der Einheit, die etwas länger dauerte als geplant. Es gehe nun darum, dass er die Mannschaft besser kennenlerne und dass hier und da noch nachgesteuert werde. "Wir müssen hart arbeiten, um Wünsche zu erfüllen."

Zwei Neuzugänge und drei "halbe"

Thioune und seine Co-Trainer Merlin Polzin und Hannes Drews waren nicht die einzigen neuen Gesichter beim Profi-Team. Neuzugang Klaus Gjasula vom Erstliga-Absteiger SC Paderborn stand ebenso auf dem Platz wie der Belgier Amadou Onana, der aus der U19 der TSG 1899 Hoffenheim nach Hamburg gewechselt ist. Wieder zurück sind drei Leihgaben der vergangenen Saison: Aaron Opoku (Hansa Rostock), Manuel Wintzheimer (VfL Bochum) und Jonas David (Würzburger Kickers). Vor allem von dem 18 Jahre alten Mittelfeldspieler Onana versprechen sich die HSV-Verantwortlichen viel: "Amadou ist ein internationales Toptalent", sagte Sportdirektor Michael Mutzel. Sportvorstand Jonas Boldt nannte den Transfer "einen echten Coup". Er kündigte weitere Verstärkungen für die Innenverteidigung und die Offensive an.

Van Drongelen: "So gut wie möglich zurückkommen"

Ein paar Altlasten aus der vergangenen Saison hängen dem HSV noch nach.

So fehlten neben Vize-Kapitän Rick van Drongelen nach seinem Kreuzbandriss im letzten Saisonspiel gegen Sandhausen auch der 19-jährige Anssi Suhonen, der sich im U-21-Training die gleiche Verletzung zugezogen hatte. "Die OP ist sehr gut gelaufen. Ich kann im Kraftraum schon viel machen", sagte van Drongelen. "Ich versuche, so stark wie möglich zurückzukommen, nicht so schnell wie möglich." Der Brasilianer Ewerton pausiert nach seiner Operation wegen eines gutartigen Tumors im Oberschenkel. Näher an einem Comeback dürften Jan Gyamerah und Gideon Jung sein, die nach Muskelverletzungen aus dem letzten Saisonspiel zunächst noch individuell arbeiteten.

Bates vor Wechsel

Nicht auf dem Trainingsplatz stand auch Innenverteidiger David Bates. Der Schotte, der in der vergangenen Saison an den englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday ausgeliehen war, darf sich nach Angaben von HSV-Sportvorstand Jonas Boldt um einen neuen Verein bemühen. "Wir sind in Gesprächen", sagte Boldt. Bates hat noch einen bis zum 30. Juni 2022 gültigen Vertrag mit dem HSV, spielt in den Planungen aber keine Rolle mehr.

Erster Test am Sonntag gegen Rostock

Das erste Testspiel bestreiten die HSV-Profis bereits am Sonntag gegen Hansa Rostock. Am 24. August beginnt ein siebentägiges Trainingslager in Tirol. Ernst wird es Mitte September, wenn der HSV im DFB-Pokal bei Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden antreten muss. Eine Woche später beginnt die neue Zweitliga-Saison. Den Spielplan veröffentlicht die Deutsche Fußball Liga (DFL) an diesem Freitag.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 05.08.2020 | 19:30 Uhr

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