St. Paulis Burgstaller: Allround-Talent und Teamplayer

Stand: 08.03.2021 12:25 Uhr

Seit dem Sommer steht Guido Burgstaller beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli unter Vertrag. Ein Glücksgriff für die Kiezkicker. Der Österreicher hat mit seinen Toren und seiner bescheidenen Art die Herzen der Fans im Sturm erobert.

von Martin Schneider

Viel wurde zuletzt geredet und geschrieben über ihn, den 31-jährigen Kärntner, der für Sportchef Andreas Bornemann das Gesicht des sportlichen Aufschwungs beim FC St. Pauli ist. Doch Burgstaller selbst wiegelt ab. Man habe im Winter "ein paar Dinge" verändert, "Gespräche geführt" und auch die neuen Spieler hätten dazu beigetragen, dass der Kiezclub die Abstiegsränge hinter sich lassen konnte, sagte er im NDR Sportclub.

Sich in den Vordergrund zu stellen, würde Burgstaller nie in den Sinn kommen. In seinen Erzählungen bezieht er alle mit ein, das Wort "Mannschaft" verwendet der 31-Jährige dabei am häufigsten.

Auch an der Tischtennis-Platte talentiert

Wenn man sich auf die Spuren des Stürmers aus Österreich begibt, kommt man an dessen Jugendtrainer Hubert Stollwitzer nicht vorbei. Der kennt Burgstaller seit dessen Zeit bei seinem ersten Verein Askö Gmünd. Der Kärntner fiel nicht nur auf dem Fußballplatz auf: "Der Guido war ein Allround-Talent und hat auf Anhieb alles beherrscht", so Stollwitzer. Selbst im Tischtennis trumpfte Burgstaller auf, wurde österreichischer Bundesmeister - natürlich mit seinen Mitschülern, in der Mannschaft.

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Lehrreicher Rückschlag in Cardiff

Selten hat die recht abgegriffene Bezeichnung Teamplayer so gepasst wie auf Burgstaller. Der Österreicher ist trotz seines jüngsten Höhenflugs mit acht Toren aus den vergangenen zehn Spielen auf und neben dem Platz bescheiden geblieben. Er weiß, dass das Rampenlicht auch Schatten werfen kann. 2014 wechselte Burgstaller nach Cardiff, war außen vor, die Karriere geriet ins Stocken.

"Ich bin froh über diesen Schritt, auch wenn er nicht positiv war. Ich habe viel gelernt. Dass es nicht immer nach oben geht und dass nicht immer nur die Sonne scheint in diesem Fußball-Business", meinte Burgstaller rückblickend.

In Nürnberg zurück zu alter Treffsicherheit

Beim 1. FC Nürnberg fand er zurück zur alten Treffsicherheit, wechselte zu Schalke 04 und spielte mit den "Königsblauen" in der Champions League. Dann warfen ihn Verletzungen zurück, 2020 war für ihn persönlich ein Seuchenjahr. "Zum Glück hat mich meine Familie unterstützt", sagte der Vater einer Tochter. Den anschließenden Schritt in die Zweite Liga zu St. Pauli empfindet er nicht als Rückschritt, weder heute noch damals.

"Ich habe immer bei besonderen Vereinen gespielt. Und mit St. Pauli konnte ich mich identifizieren und ich hatte Bock auf diese Aufgabe." Guido Burgstaller

St. Pauli und Burgstaller - das passt, auf und neben dem Platz. Nicht nur der jüngste Derby-Sieg gegen den HSV, sondern auch zuletzt sechs Spiele in Folge ohne Niederlage zeugen davon. Die Erfolgswelle will der Routinier mit dem Club vom Millerntor gerne weiterreiten. "Wir wollen die Entwicklung weitergehen", sagte der Österreicher, der aber noch Luft nach oben sieht: "Wir können uns bei einigen Dingen als Mannschaft verbessern, sei es die defensive Stabilität oder bei Standards. Aber das macht ja Spaß."

"Wir" und "Mannschaft" - mit Burgstallers Lieblingswörtern, seiner sportlichen Qualität und einer klugen Kaderpolitik ließe sich auf dem Kiez ein erfolgreiches Team aufbauen.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 07.03.2021 | 22:50 Uhr

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