Stand: 22.09.2017 22:23 Uhr

"Schmidt-Faktor": Wolfsburg punktet in München

von Johannes Freytag, NDR.de
Bild vergrößern
Wolfsburgs Bundesliga-Debütant Gian-Luca Itter (r.) zeigte gegen Arjen Robben (l.) eine gute Leistung.

Wolfsburgs neuer Trainer Martin Schmidt ist seinem Ruf als "Bayern-Schreck" gerecht geworden. Mit Mainz war der Schweizer im März 2016 der bislang letzte Coach, der in München einen Sieg erringen konnte - nun hat er mit den "Wölfen" die Bayern erneut geärgert und einen unerwarteten Punktgewinn feiern dürfen: Trotz eines 0:2-Rückstandes zur Halbzeit spielten die Niedersachsen am Freitagabend beim Rekordmeister 2:2. Maximilian Arnold und Daniel Didavi erzielten die Treffer für die "Wölfe", die vor allem defensiv eine starke Leistung boten und auch das zweiten Spiel unter ihrem neuen Trainer nicht verloren. "Das fühlt sich gut an, das schaffen nicht viele Mannschaften, so in München zurückzukommen", freute sich Torschütze Didavi nach der Partie.

Bissige "Wölfe" nehmen Punkt mit

Bundesliga-Debüt für Itter

6.Spieltag, 22.09.2017 20:30 Uhr

  • Bay. München
  • 2:2


  • VfL Wolfsburg

Tore: 1:0 Lewandowski (33., Foulelfmeter) 2:0 Robben (42.) 2:1 Arnold (56.) 2:2 Didavi (83.)
Bay. München: Ulreich - Kimmich, Boateng, M. Hummels, Rafinha - Rudy, Ar. Vidal (63. Tolisso) - Robben (85. James Rodriguez), T. Müller, F. Ribéry (86. Coman) - Lewandowski
VfL Wolfsburg: Casteels - Verhaegh, Tisserand, Uduokhai, Itter - Guilavogui, Camacho (73. Didavi) - William (46. Blaszczykowski), Arnold, Malli - Origi (85. Bazoer)
Zuschauer: 75000

Weitere Daten zum Spiel

Schmidt änderte sein Team gegenüber dem 1:1 gegen Bremen auf vier Positionen. Die überraschendste Personalie war dabei sicherlich der Einsatz von Gian-Luca Itter. Der 18 Jahre alte Linksverteidiger feierte sein Bundesligadebüt für den VfL und machte seine Sache ordentlich. Die "Wölfe" standen in der Defensive kompakt, zudem hatten Yunus Malli (gegen Joshua Kimmich) und William (gegen Rafinha) den klaren Auftrag, die Außenbahnen dicht zu machen.

Eine halbe Stunde hielt das Bollwerk der Niedersachsen, dann gab es Strafstoß für den FC Bayern. Marcel Tisserand hatte Robert Lewandowski am Trikot gezupft, der Pole fiel spektakulär. Für Schiedsrichter Christian Dingert ein klarer Fall - für Lewandowski auch, der Bayern-Stürmer verwandelte zum 1:0 (33.). Neun Minuten später setzte sich Rafinha an der Mittellinie gegen William durch, passte auf Arjen Robben - der Niederländer startete einen Sololauf, den er unbedrängt mit einem trockenen Schuss, abgefälscht von Rafinha, zum 2:0 abschloss (42.). Ein bitterer Rückstand für die Gäste, die defensiv ansonsten keine Bayern-Chancen zugelassen hatten. Offensiv boten sie allerdings nur wenig: Divock Origi prüfte einmal Bayern-Keeper Sven Ulreich (45.) - mehr Torchancen hatten die "Wölfe" nicht.

Arnolds Freistoß bringt Wolfsburg zurück

Schmidt brachte im zweiten Durchgang in Jakub Blaszczykowski (für William) einen Mann für das offensive Mittelfeld. Der Pole führte sich gleich gut ein, flankte präzise nach innen, aber Mats Hummels klärte vor dem einschussbereiten Arnold (49.) zur Ecke. Wenig später hatte der U21-Europameister mehr Glück. Sein Freistoß aus gut 30 Metern prallte von Ulreichs Hand ins Tor - der Anschlusstreffer (56.). Postwendend hätte Robben das 3:1 erzielen können, doch der Niederländer schob - alleine auf Koen Casteels zulaufend - den Ball am Tor vorbei (58.). VfL-Coach Schmidt ging weiter ins Risiko, brachte in der 73. Minute Didavi - ein Wechsel, der sich zehn Minuten später auszahlte: Eine Flanke von Paul Verhaegh nickte der 27-Jährige zum 2:2 ein (83.). Der Ausgleich hatte nicht zwingend in der Luft gelegen, denn zuvor ließen Robben (75.) und Franck Ribéry (78.) weitere beste Bayern-Gelegenheiten zur Vorentscheidung aus. So erreichten die Wolfsburger ein Remis in München, das sich anfühlen dürfte wie ein Sieg.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 24.09.2017 | 22:35 Uhr

Die vielen Baustellen des Martin Schmidt

Martin Schmidt soll den VfL Wolfsburg zurück in die Erfolgsspur führen. Der Anfang ist mit dem 1:1 gegen Werder einigermaßen geglückt. Doch die Arbeit beginnt für den Coach jetzt erst. mehr

33 Bilder

Die Trainer des VfL Wolfsburg

Ludwig Lachner war der Erste, Imre Farkasinszki zog es gleich drei Mal zum VfL Wolfsburg. Mittlerweile waren bei den Niedersachsen mehr als 30 Trainer tätig, manche auch mit Pudel. Bildergalerie