Ein negativer Corona-Schnelltest in einem Fußballstadion © imago images/Avanti Foto: Ralf Poller

Quarantäne-Trainingslager: Sicherheit, Brettspiele - und die Hotelbar?

Stand: 11.05.2021 11:15 Uhr

Die Deutsche Fußball Liga schickt die 36 Clubs der Ersten und Zweiten Liga vom 12. bis zum 22. Mai in die Isolation. Die letzten beiden Spieltage sollen so abgesichert werden, doch es gibt auch Kritik.

"Den einen Spieler, der das gut findet, musst du erst einmal finden", sagte Felix Kroos von Eintracht Braunschweig im Podcast, den er mit seinem Bruder veröffentlicht. Toni Kroos betonte: "Der, der lieber im Hotel ist als zu Hause, der hat zu Hause irgendwas falsch gemacht." Angesichts nach wie vor drohender Spielausfälle wegen Corona-Infektionen können die Brüder allerdings verstehen, dass "die DFL das so entscheidet".

Gewohnte Abläufe oder noch mal rauskommen?

Die meisten Clubs bleiben in gewohnter Umgebung, nutzen ihre Spieltaghotels, um dann auch auf den eigenen Plätzen trainieren zu können. Der VfL Wolfsburg legt Wert darauf, dass die Profis mit den Fahrrädern vom Hotel zum Clubgelände fahren können.

Nach dem 33. Spieltag gehen allerdings mit Werder Bremen (Barsinghausen) und dem HSV (Alstertal) zwei Clubs auch geografisch noch weiter auf Abstand. Werders-Geschäftsführer Frank Baumann betonte, es sei wichtig, noch mal "rauszukommen und gleichzeitig gute Rahmenbedingungen zu haben".

"Kein Trainingslager mit Kartenspielen"

Nach einer ohnehin schon für die Spieler besonders stressigen Saison nun noch einmal elf Tage extra ins Quarantäne-Trainingslager zu müssen, erfordert eine weitere psychische Kraftanstrengung. "Wir sitzen genau einmal an Zweiertischen zusammen beim Essen. Ansonsten gehen alle wieder auf ihr Zimmer, da passiert gar nichts. Das ist ja kein Trainingslager, wo wir abends mal Karten spielen oder so", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

"Das bedeutet natürlich eine weitere Einschränkung für alle Beteiligten. Man empfindet das grundsätzlich nicht als angenehm." Holstein-Trainer Ole Werner

Sebastian Hoeneß, Kohfeldts Pendant bei der TSG Hoffenheim, schätzt die Situation anders ein als Kohfeldt. "Wir haben im Trainerteam schon über die besten Brettspiele gesprochen, die wir mitbringen", sagte der Sohn von Dieter Hoeneß. Besonders beliebt sollen Malefiz und Backgammon sein. Auch HSV-Interimstrainer Horst Hrubesch ist überzeugt: "Wir werden keine Probleme haben, miteinander klarzukommen. Wir lassen uns schon was einfallen, was wir machen können in dem Hotel, Playstation und was es da so alles gibt."

Volle Konzentration oder Saisonabschlussfahrt

Für den HSV, Bremen, Wolfsburg, Holstein Kiel (wo die Kieler ihre Zelte aufschlagen, verrät der Club nicht), VfL Osnabrück und Braunschweig geht es im Saisonfinale noch um richtig viel.

Vor dem vergangenen Wochenende hoffte Felix Kroos noch: "Wenn wir am vorletzten Spieltag den sicheren Klassenerhalt schaffen, dann ist das auch scheiße im Hotel, aber dann kann man sich eine Woche lang an die Hotelbar setzen und bisschen mehr Spaß draus machen." Doch nach dem 2:2 in Düsseldorf müssen die "Löwen" auf jeden Fall bis zum letzten Spieltag zittern - und womöglich darüber hinaus. Und für die Clubs, die in Erster und Zweiter Liga in die Relegationsspiele müssen, wird die Quarantäne sogar noch verlängert.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.05.2021 | 22:50 Uhr

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