Stand: 22.01.2020 16:34 Uhr

Pyro beim Hamburg-Derby: Streit um Strafe

Während des Hamburger Fußball-Derbys zündeten Fans verbotene Pyrotechnik.

Das juristische Nachspiel zum jüngsten Hamburger Fußballderby zwischen den Zweitligisten FC St. Pauli und dem Hamburger SV geht weiter. Nachdem das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Geldstrafen reduziert hatte, hat der DFB-Kontrollausschuss nun Berufung eingelegt. "Unserer Meinung nach sind die ausgesprochenen Geldstrafen zu gering für die Vorkommnisse im Stadion. Deshalb haben wir fristgerecht Berufung zum DFB-Bundesgericht eingelegt und warten nun die schriftlichen Urteilsbegründungen des Sportgerichts ab", sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Gremiums.

Sportgericht: Vorfälle nicht so schlimm wie befürchtet

Die DFB-Richter hatten am vergangenen Freitag den Einsprüchen der beiden Zweitligisten gegen die Urteile im Einzelrichterverfahren in weiten Teilen stattgegeben. St. Pauli soll demnach "nur" noch 90.000 Euro, der HSV 140.000 Euro bezahlen. Ursprünglich hatte das Strafmaß bei 120.000 beziehungsweise 200.000 Euro gelegen.

"Die Zeugen haben allesamt gesagt, es war bei weitem nicht so schlimm wie befürchtet und wie das Vorgängerspiel im März. Das hatte auch Auswirkungen auf das Urteil", sagte der Vorsitzende DFB-Richter Hans E. Lorenz in seiner Urteilsbegründung. Nachrainer hatte bereits im Einzelrichterverfahren die höheren Summen gefordert und blieb dabei auch bei der mündlichen Verhandlung.

Hohe Strafen schon beim Derby im März

Beim 2:0-Heimsieg der Kiezkicker am 16. September pfiff Schiedsrichter Sven Jablonski den zweiten Durchgang verspätet an, weil Fans beider Teams kurz vor dem Ende der Halbzeitpause Feuerwerk und Leuchtfackeln angezündet hatten. Schon beim Hamburg-Derby im März im Millerntor-Stadion, das der HSV 4:0 gewonnen hatte, gab es wegen der Unterbrechungen durch Rauchschwaden und Raketen hohe Geldstrafen: Damals hatte das DFB-Gericht dem HSV eine Strafe von 150.000 Euro auferlegt. St. Pauli musste 100.000 Euro zahlen.

HSV will kontrollierte Pyrotechnik testen

Für den HSV werden die Pyro-Aktionen seiner Anhänger immer mehr zum Problem. Schon in der Vorsaison musste der Zweitligist mit insgesamt 294.000 Euro mehr Geld für Pyro-Strafen aufwenden als alle anderen Proficlubs in Deutschland. Der Verein will daher in nächster Zeit das kontrollierte Pyro-Abbrennen fernab des Zuschauerbereichs bei einem Heimspiel testen. Das kündigte Clubchef Bernd Hoffmann auf der Mitgliederversammlung des Gesamtvereins an: "Es kann aus unserer Sicht nicht sein, dass das, was bei jedem ortsüblichen Musikkonzert passiert, für den Fußball nicht zulässig sein soll", erklärte der 56-Jährige.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.01.2020 | 23:03 Uhr

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