Stand: 17.01.2020 15:31 Uhr

Pyro-Geldstrafen für St. Pauli und HSV reduziert

Fußballfans zünden Pyrotechnik beim Stadtderby zwischen dem HSV und St. Pauli im Millerntorstadion.  Foto: Kathrin Otto
Während des Hamburger Fußball-Derbys zündeten Fans verbotene Pyrotechnik.

Das jüngste Hamburger Fußballderby hat für die beteiligten Zweitligisten FC St. Pauli und Hamburger SV ein teures Nachspiel - allerdings wurden die ursprünglich verhängten Geldstrafen vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) reduziert. Die Richter gaben den Einsprüchen der beiden Zweitligisten gegen die Urteile im Einzelrichterverfahren am Freitag in weiten Teilen statt. St. Pauli muss 90.000 Euro, der HSV 140.000 Euro bezahlen. Ursprünglich hatte das Strafmaß bei 120.000 beziehungsweise 200.000 Euro gelegen.

"Die Beweisaufnahme hat heute ergeben, dass die Vorfälle weniger gravierend waren als die Ausschreitungen beim vorangegangenen Aufeinandertreffen im März", sagte Hans E. Lorenz, der als Vorsitzender die Sitzung leitete: "Die erste Halbzeit verlief diesmal störungsfrei. Die Spielverzögerung zu Beginn der zweiten Halbzeit betrug 3:20 Minuten und damit weniger als ursprünglich angenommen. Daher war die Reduzierung der Geldstrafen gerechtfertigt."

Hohe Strafen schon beim Derby im März

Beim 2:0-Heimsieg der Kiezkicker am 16. September pfiff Schiedsrichter Sven Jablonski den zweiten Durchgang verspätet an, weil Fans beider Teams kurz vor dem Ende der Halbzeitpause Feuerwerk und Leuchtfackeln angezündet hatten. Schon beim Hamburg-Derby im März im Millerntor-Stadion, das der HSV 4:0 gewonnen hatte, gab es wegen der Unterbrechungen durch Rauchschwaden und Raketen hohe Geldstrafen: Damals hatte das DFB-Gericht dem HSV eine Strafe von 150.000 Euro auferlegt. St. Pauli musste 100.000 Euro zahlen.

HSV will kontrollierte Pyrotechnik testen

Für den HSV werden die Pyro-Aktionen seiner Anhänger immer mehr zum Problem. Schon in der Vorsaison musste der Zweitligist mit insgesamt 294.000 Euro mehr Geld für Pyro-Strafen aufwenden als alle anderen Proficlubs in Deutschland. Der Verein will daher in nächster Zeit das kontrollierte Pyro-Abbrennen fernab des Zuschauerbereichs bei einem Heimspiel testen. Das kündigte Clubchef Bernd Hoffmann auf der Mitgliederversammlung des Gesamtvereins an: "Es kann aus unserer Sicht nicht sein, dass das, was bei jedem ortsüblichen Musikkonzert passiert, für den Fußball nicht zulässig sein soll", erklärte der 56-Jährige.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 17.01.2020 | 23:03 Uhr

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