Stand: 31.05.2020 12:52 Uhr

Power und Personalrochade: Werder wieder da

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Sebastian Langkamp (r.) stand auf Schalke überraschend in der Bremer Startelf.

Der gemeinsame Spaziergang nach dem Frühstück ist beim Fußball-Bundesligisten Werder Bremen an Spieltagen fester Bestandteil des Tagesablaufes. Coach Florian Kohfeldt nutzt diese Minuten gerne für Einzelgespräche unter freiem Himmel. Am Sonnabendmorgen bat der 37-Jährige seinen Innenverteidiger Sebastian Langkamp zum kleinen Plausch und teilte dem 1,91-Meter-Hünen mit, in der Auswärtspartie bei Schalke 04 zur Startformation zu gehören. Der bis dato letztmals im Hinrunden-Duell mit den "Knappen" (1:2) am 23. November des vergangenen Jahres von Kohfeldt berücksichtigte Abwehrspieler war darüber "selbst ein wenig überrascht", wie er am Sonntagmorgen im Internet-Fantalk des Clubs zugab.

Nervosität indes rief das für Fans und Berichterstatter völlg unerwartete Startelf-Comeback beim Routinier nicht hervor. Langkamp zeigte eine unaufgeregte, solide Leistung und war gerade in Abschnitt zwei, als die Schalker sehr häufig mit langen Bällen operierten, durch seine Kopfballstärke von hohem Wert für die Hanseaten. Sie siegten durch ein Tor von Leonardo Bittencourt mit 1:0.

Bratseth bereut Aussagen zu Werder-Coach Kohfeldt

Sportclub -

Nach dem 1:4 zum Re-Start gegen Leverkusen hatte Rune Bratseth die Trennung von Kohfeldt gefordert. "Das war falsch", sagte die Werder-Legende im Sportclub. Die letzten drei Spiele gäben Hoffnung.

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Kohfeldts Mut zahlt sich aus

Kohfeldt war ein nicht unerhebliches Risiko eingegangen mit der Nominierung von Langkamp, fehlte es dem 32-Jährigen doch an Spielpraxis. Aber die Entscheidung, den 32-Jährigen als Ersatz für den gelbgesperrten Milos Veljkovic auf den Rasen zu schicken, zeugte eben auch von der insgesamt mutigen Personalpolitik des Coaches seit dem Re-Start. So saßen in Angreifer Davie Selke und Linksverteidiger Ludwig Augustinsson gegen "Königsblau" zwei Akteure zunächst auf der Bank, die vor der Corona-Pause noch Stammkräfte waren. Der erfahrene Nuri Sahin stand nicht einmal im Kader und teilte dieses Schicksal mit Johannes Eggestein, der immerhin als eines der größten Versprechen für die Bremer Zukunft gilt.

Namen? Sind für Kohfeldt derzeit Schall und Rauch! Der Erfolg gibt dem noch vor einer Woche stark in der Kritik stehenden Übungsleiter recht. Nach sieben Punkten aus den vergangenen drei Begegnungen sieht der viermalige deutsche Meister wieder Licht am Ende des Tunnels. Mit einem Erfolg am Mittwoch im Nachholspiel gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) könnte Werder auf Relegationsplatz 16 springen.

Ausgangssituation immer noch "dramatisch"

"Wir haben jetzt das erste Mal nahezu den kompletten Kader zur Verfügung", sagte Kohfeldt mit Blick auf die vielen verletzungsbedingten Ausfälle, die er vor der Corona-Pause zu beklagen hatte.

Zudem sei die Fitness des Teams maßgeblich für den jüngsten Aufschwung: "Die Jungs hatten fast keinen Tag frei." Viel Arbeit, ein gutes Händchen des Coaches bei der Aufstellung und - nicht zu vergessen - mentale Stärke sind die Gründe für Bremens sportliche Auferstehung. "Wir haben einen unglaublichen Willen gezeigt die letzten drei Spiele. Ich glaube, alle sehen jetzt, dass es geht", erklärte Davy Klaassen. Mehr als ein Zwischenschritt auf dem immer noch langen Weg zum Klassenerhalt ist den Hanseaten nicht gelungen, wie Kohfeldt auch im freudetrunkenen Moment des 1:0-Erfolgs auf Schalke ganz nüchtern feststellte: "Das Problem ist, wir sind immer noch hintendran. Wir waren in einer dramatischen Ausgangssituation - und in der sind wir immer noch."

Langkamp: Erst Massage, dann wieder Ersatzbank?

"Nachlegen" müsse man nun gegen Frankfurt, forderte Langkamp. Ob der lange Zeit auch aus Verletzungsgründen fehlende Verteidiger gegen die Hessen ebenfalls zur Anfangsformation gehören wird, ist wegen der Rückkehr von Veljkovic zwar sehr fraglich. Doch daran wollte der 32-Jährige am Tag nach seinem völlig überraschendem Comeback auch - zumindest öffentlich - keinen Gedanken verlieren. Stattdessen genoss er die Privilegien eines Startelf-Spielers: "Ich durfte endlich mal wieder in den Genuss einer Massage kommen statt draußen vier gegen vier mit den anderen Jungs zu spielen, die gestern nicht zum Zug gekommen sind."

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.05.2020 | 23:05 Uhr