Stand: 01.06.2020 13:53 Uhr

Pollersbeck: Vom Aussortierten zum Aufstiegshelden?

Julian Pollersbeck bestritt gegen Wiesbaden sein erstes Zweitligaspiel seit Anfang Mai 2019.

Im Hamburger Volksparkstadion lief die 74. Spielminute, als HSV-Torwart Julian Pollersbeck endgültig seine Nominierung für die Partie gegen Wehen Wiesbaden rechtfertigte: Der 25-Jährige, eigentlich nur noch die Nummer drei beim Fußball-Zweitligisten, verhinderte gegen Marvin Ajani im Eins-gegen-Eins das mögliche 2:3 - praktisch im Gegenzug erzielte David Kinsombi den Siegtreffer für den HSV. Auch sonst hielt Pollersbeck, der zuvor mehr als ein Jahr lang kein Zweitligaspiel bestritten hatte, stark und bedankte sich anschließend "für das Vertrauen des Trainers". Aber setzt Dieter Hecking auch im Saisonfinale dauerhaft auf ihn?

Vom "vielversprechendsten" Keeper aufs Abstellgleis

Es wäre eine späte Genugtuung für den U21-Europameister von 2017, den Torwart-Titan Oliver Kahn vor zwei Jahren als "vielversprechendsten" Keeper in Deutschland bezeichnet hatte, der beim HSV jedoch aufs Abstellgleis geraten war. Im ersten Jahr nach dem Bundesligaabstieg machte er noch 31 Partien, in dieser Saison entschied sich HSV-Coach Dieter Hecking gegen ihn und baute auf Neuzugang Daniel Heuer Fernandes. Pollersbeck, dem mangelnde Fitness und fehlender Trainingsfleiß vorgeworfen wurden, musste sich sogar noch hinter Ersatzkeeper Tom Mickel einreihen. Lediglich einmal rückte er in den Kader, als Mickel beim 1:1 in Sandhausen wegen Hüftproblemen nicht zur Verfügung stand.

Mit Pollersbeck auch gegen Kiel?

Nun also der erneute Wechsel im HSV-Tor, den Hecking mit einer schöpferischen Pause für Heuer Fernandes begründete. Er habe das in der Vergangenheit schon immer mal in Erwägung gezogen.

"Daniel Heuer Fernandes hat drei richtig schwere Spiele gehabt aus mentaler Sicht. Wenn man merkt, dass der Torhüter müde ist vom Kopf her und nicht so da, wie man sich das wünscht, ist das keine außergewöhnliche Maßnahme, auch mal den Torwart zu wechseln", versuchte Hecking den Vorgang herunterzuspielen.

Warum allerdings nicht Mickel, sondern Pollersbeck spielen durfte, erklärte der HSV-Coach nicht. "Das war meine Entscheidung", sagte er lediglich und ließ auch offen, wen er am kommenden Montag im Heimspiel gegen Holstein Kiel zwischen die Pfosten stellt: "Wir haben drei Torhüter, die allesamt auf einem guten Level sind." Gleichwohl spricht nach dem starken Auftritt vom Sonntag vieles dafür, dass Pollersbeck eine weitere Chance erhält.

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