Stand: 25.03.2019 15:18 Uhr

Polizeikosten - wer soll zahlen? Zwei Meinungen

Wer zahlt für die Sicherheit bei Fußballspielen? Das Land Bremen will, dass sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) an den Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikopartien beteiligt. Holger Gerska und Moritz Cassalette vom NDR Hörfunk mit unterschiedlichen Standpunkten:

Pro Land Bremen, Holger Gerska:

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Holger Gerska meint, der Fußball als Verursacher muss die Rechnung begleichen.

"Wer kennt sie nicht: Die Szenen, wenn Fußballfans durch Bahnhöfe und Innenstädte ziehen und bei nicht wenigen Passanten zumindest beklemmende Gefühle, bei vielen aber auch Angst auslösen. Selbstverständlich sind Sonderkontingente der Polizei gefordert, um Bürger, manchmal auch Läden und Geschäfte vor den Gewaltausbrüchen der Hooligans, Ultras und Rowdies zu schützen. Und das kostet Geld. Aber doch bitte nicht das der Steuerzahler, also der Opfer.

Dem Land Bremen geht es ja nicht um die grundsätzliche polizeiliche Sicherung von Bundesligaspielen, sondern um die Mehrkosten bei sogenannten Hochrisikospielen. Also immer dann, wenn Problemfans aufeinandertreffen. Und diese Rechnung sollte meiner Meinung nach der Fußball als Verursacher begleichen.

In der kommenden Saison verteilt die Deutsche Fußball Liga weit über eine Milliarde Euro an ihre 36 Proficlubs. Die erste Rechnung für einen Polizei-Einsatz, die jetzt verhandelt wird, beträgt nicht einmal eine halbe Million Euro. Das fällt für die DFL unter Portokasse. Aber viel besser wäre es, wenn die Fußball-Liga diese Rechnung an die Verursacher weiterreicht. Also an die Vereine, die ihre Problemfans nicht im Griff haben. Oder noch besser: Direkt an jene, die nur von der Polizei zu bändigen sind."

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Pro Deutsche Fußball Liga (DFL), Moritz Cassalette:

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Es ist die Aufgabe des Staats, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, sagt Moritz Cassalette.

"Ja, es stimmt, dass die DFL und die Fußballvereine wahnsinnig viel Geld verdienen. Aber sie geben auch sehr viel weiter an den Staat. 1,28 Milliarden Euro - soviel Steuern und Abgaben haben die 36 Erst- und Zweitligisten in der vergangenen Saison laut DFL bezahlt. Und all das, was die Städte mit dem Bundesliga-Fußball sonst noch so verdienen, ist da nicht mit eingerechnet - keine Hotelübernachtungen der Fans, keine vollen Kneipen und Restaurants.

Wir sprechen doch darüber, dass sich einige Fußballfans auf dem Weg in die Stadien daneben benehmen - also im öffentlichen Raum. Und wer muss den selbstverständlich absichern? Natürlich die Polizei. Und zwar ohne, dass dafür Geld aus privaten Kassen kommt.

Es ist die Aufgabe des Staats, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Wenn Werder ein Heimspiel hat, aber zum Beispiel auch wenn die Kieler ihre Kieler Woche feiern oder wenn Chaoten am ersten Mai im Hamburger Schanzenviertel randalieren. Es darf keinen Unterschied zwischen Volksfesten, Demos und Fußballspielen geben.

Die meisten Vereine engagieren sich übrigens schon seit Jahren, um ihre Problemfans in den Griff zu bekommen. Das ist dann auch ein gesellschaftliches Problem. Und für die Kosten müssen wir als Gesellschaft aufkommen. Leider."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 25.03.2019 | 10:00 Uhr

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