Lübecks Tarik Gözüsirin bejubelt einen Treffer. © IMAGO / Nordphoto

Pokal-Coup: Regionalligist VfB Lübeck wirft Hansa Rostock raus

Stand: 30.07.2022 20:56 Uhr

Nur eine Woche nach dem Liga-Coup beim HSV hat Hansa Rostock einen Rückschlag erlitten. Der Fußball-Zweitligist schied am Sonnabend nach einem 0:1 (0:0) beim Regionalligisten VfB Lübeck in der ersten Runde des DFB-Pokals aus.

von Johannes Freytag

In den vergangenen zwölf Jahren sind die Rostocker damit zum zehnten Mal in der ersten Runde gescheitert. Nach Spielschluss stürmten einige Hansa-Fans den Innenraum. Polizeikräfte drängten sie zurück. "Insgesamt war es von unserer Seite deutlich zu wenig. Es ärgert mich, dass wir es nicht geschafft haben, die Mannschaft so vorzubereiten, dass sie das abruft, was notwendig ist, um ans Maximum zu gehen", sagte Hansa-Trainer Jens Härtel. "Deswegen gehen wir als verdienter Verlierer vom Platz und müssen leider im Pokal zuschauen."

Lübeck mit Ballbesitz, Hansa mit Torchancen

Hansa hätte früh in Führung gehen können, als VfB-Keeper Florian Kirschke ein Schüsschen von Nils Fröling beinahe durchflutschen ließ, dann aber doch sicher zupackte (4.). Danach war der gastgebende Regionalligist zunächst spielbestimmend, presste sehr hoch, hatte viel Ballbesitz und erarbeitete sich Torchancen - Zwingendes war jedoch nicht dabei.

Die Rostocker kamen zwar seltener vor das Lübecker Tor, dafür aber stets gefährlich. Die besten Gelegenheiten im ersten Durchgang vergab John Verhoek, als er erst einen Kopfball-Aufsetzer knapp am Pfosten vorbeisetzte (36.) und kurz vor der Pause - ebenfalls per Kopf - nur die Oberkante der Latte traf (45.).

Gözüsirin lässt die Lohmühle erbeben

Rostocks Coach Jens Härtel hatte in der Pause offenbar die richtigen Worte gefunden, denn nach Wiederbeginn war es der Zweitligist, der den Ton angab. Vor allem der eingewechselte Haris Duljevic (kam für Fröling) sorgte immer wieder für Tempo. Vielleicht lag es auch daran, dass die Gäste nun auf "ihre" Kurve mit dem stimmgewaltigen Hansa-Anhang zuspielten?

Chancen sprangen dabei jedoch kaum heraus. Die ergaben sich auf der Gegenseite, bei einem der wenigen Lübecker Entlastungsangriffe: Felix Drinkuth zog im Strafraum ab - Nils-Jonathan Körber, der Stammkeeper Markus Kolke im Pokal vertritt, parierte sehenswert (62.). Eine Viertelstunde später machte es Tarik Gözüsirin besser: Aus 16 Metern traf der 20 Jahre alte VfB-Neuzugang aus Berlin in den Winkel und ließ die mit 10.351 Zuschauern ausverkaufte Lohmühle erbeben (77.).

Hansa: Stürmer en masse, aber keine Torgefahr

Härtel reagierte auf die mangelnde Torgefahr und brachte in Kevin Schumacher, Lukas Hinterseer und Pascal Breier drei frische Offensivkräfte für die Schlussphase. Vergebens. Lübecks Marius Hauptmann vergab nach einem Konter sogar die Riesenmöglichkeit, das vorentscheidende 2:0 zu erzielen (86.), auf der Gegenseite hatte Dennis Dressel mit einem harmlosen Distanzschuss die einzige Gelegenheit für die Gäste aus Rostock (87.).

So durfte am Ende der Underdog jubeln - zum wiederholten Mal haben sich die Lübecker als Pokalschreck für höherklassige Vereine erwiesen.

1.Spieltag, 30.07.2022 15:31 Uhr

VfB Lübeck

1

Hansa Rostock

0

Tore:

  • 1:0 Gözüsirin (78.)

VfB Lübeck: Kirschke - Kölle, Grupe, Löhden, Rüdiger - Boland, Egerer, Gözüsirin (85. Plume) - M. Hauptmann (67. Taritas), Drinkuth (85. Thiel), Farrona Pulido (76. Facklam)
Hansa Rostock: Körber - Strauß, R. Malone (80. Fröde), Roßbach - Schröter (80. Schumacher), Rhein, Dressel, Ingelsson (79. Hinterseer), Pröger (83. Breier) - Fröling (46. Duljevic), Verhoek
Zuschauer: 10351 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 30.07.2022 | 19:30 Uhr

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