Stand: 11.07.2020 14:00 Uhr

Pistorius: Fußball mit Fans im September zu früh

Bild vergrößern
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hält nichts von einer Lockerung im September.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hofft auf Fans in den Fußballstadien ab dem späten Herbst. Zu Beginn der neuen Saison rechnet der SPD-Politiker allerdings weiterhin mit Geisterspielen. Eine Lockerung im September komme aus seiner Sicht "zu früh", sagte Pistorius der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der Zeitpunkt für eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien hänge maßgeblich davon ab, wie sich das Infektionsgeschehen über die Urlaubszeit entwickeln werde, so der 60-Jährige: "Ganz Deutschland ist auf Achse, und zwar in diesem Jahr überwiegend innerhalb unseres Landes. Da müssen wir erst mal abwarten, wohin das führt."

DFB-Präsident Keller: "Müssen alles daran setzen"

Die neue Spielzeit in der Bundesliga soll am 18. September beginnen. Auch die Zweite und Dritte Liga werden an dem Wochenende in die Saison 2020/2021 starten.

Bundesligist 1. FC Union Berlin hatte bereits am Freitag erklärt, dass die Köpenicker mit einer Vollauslastung des Stadions An der Alten Försterei gleich beim ersten Heimspiel planen. Der Verein will dies unter anderem mit Hilfe von Corona-Tests für alle 22.012 Karteninhaber sowie alle Anwesenden vor Ort erreichen.

Auch DFB-Präsident Fritz Keller hofft über flächendeckende Tests auf die Rückkehr von Fans. "Wir müssen alles daran setzen, dass wir wieder Zuschauer in die Stadien reinkriegen", sagte der 63-Jährige dem SWR. "Mein Traum wäre es, über Testungen irgendwann auch wieder ein volles Stadion zu kriegen. Das wäre nicht nur für den Sport, sondern für den Kulturbetrieb und die Wirtschaft wichtig." Derzeit arbeiten Vereine und Verbände an Hygiene- und Sicherheitskonzepten, um die Rückkehr von Zuschauern zu ermöglichen.

"Menschen flehen uns jeden Tag an, dafür zu sorgen, dass sie zurückkommen können. Damit wollen wir uns befassen. Das ist der Hintergrund unserer Gedanken. Daher ist das sicherlich auch ein Beitrag zu der jetzt laufenden Debatte, wie wir mit dieser Pandemie umgehen." Union-Pressesprecher Christian Arbeit

Pistorius: Keine vollen Stadien

Entscheidend für eine (Teil-)Zulassung seien die lokalen Konzepte der Clubs, welche von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssten, hatte die DFL am Freitag über die Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit mitgeteilt.

Weitere Informationen

Fußball mit Zuschauern? Experten sind skeptisch

Gibt es schon bald wieder Profi-Fußballspiele mit Zuschauern? Ein Hygiene-Konzept aus Leipzig sieht 20.000 Besucher ab September vor. Doch ist das eine gute Idee? Experten sind skeptisch. mehr

"Wir müssen da wirklich auf die Wissenschaftler hören", sagte Keller. Es müsse kontrolliert werden, ob auch mehr Zuschauer möglich seien, also nicht mit 1,50 m Abstand und jeweils einer freien Reihe, da man beim Fußball im Freien sei. "Lasst uns das bitte objektiv angehen, aber mit größtmöglicher Sicherheit für die Gesunderhaltung", so der DFB-Präsident.

Pistorius betonte indes, "die drei Regeln 'Abstand, Maske und Hygiene' sind unverzichtbar dafür, dass wir diesen Weg gehen. Dann könnte ich mir vorstellen, dass wir im Oktober, November wieder Zuschauer in den Stadien haben. Volle Stadien werden dies aber nicht sein."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 11.07.2020 | 10:25 Uhr